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drifting

25. May 2013, by

TREIBEND

Nachmittags um vier legte sich die Brise. Da ich nichts mehr sah als bloss Wasser und Himmel, so also keine Bezugspunkte mehr hatte, verstrichen mehr als zwei Stunden bis ich begriff, dass sich das Floß bewegte. Doch in Realität bewegte es sich seit ich mich darin befand. In einer geraden Linie, von den Winden mit einer grösseren Geschwindigkeit angetrieben als ich es mit rudern hätte tun können. Allerdings hatte ich weder eine Vorstellung der Richtung noch meiner Position. Ich wusste nicht, ob sich das Floß in Richtung Küste oder in die Karibische See hinein bewegte. Letzteres schien mir eher denkbar zu sein, da ich der Meinung war, dass es schier unmöglich sei das etwas, das 200 Meilen ins Meer hinaus gelangt war wieder zurück an die Küste geschwemmt würde. Und noch weniger wenn es sich um etwas so schweres handelt wie ein Mann in einem Floß.(…) Nach Mitternacht war ich dem Weinen nahe. Ich hatte nicht eine Sekunde geschlafen, wenn auch ich es schon gar nicht erst versucht hatte. Mit der selben Hoffnung mit der ich versuchte am Nachmittag am Horizont Flugzeuge zu sehen, suchte ich in zu nächtlichen Stunden Lichter von Schiffen. Während langen Stunden suchte ich den Horizont ab. Das Meer war ruhig, immens und still, aber ein einziges anderes Licht als das der Sterne war nichts auszumachen. Die Kälte wurde stärker in den frühen Morgenstunden (…). Ab Mitternacht schmerzte mir mein rechtes Knie und ich fühlte mich, wie wenn das Wasser mir bis auf die Knochen eingedrungen wäre. Aber diese Gefühle waren letztendlich unwesentlich. Ich dachte nicht so sehr an meinem Körper als an die Lichter der Boote. Und ich hoffte, dass ich in Mitten jener unendlichen Einsamkeit, inmitten der dunklen Geräusches des Meeres, das Licht eines Schiffes sehen würde um sodann so laut zu schreien dass man mich in jeglicher Entfernung hören würde.

Gabriel García Márquez; Bericht eines Schiffbrüchigen; 1984

Eine der ureigensten Charakteristiken der Seefahrt ist jener Zustand des „sich auf See“ zu befinden. Man fährt hinaus in die Weite, verlässt das Land, das Vertraute, die Liebe, die Heimat. So treibt man dahin bis sich am Horizont das Ziel, der rettenden Hafen abzeichnet.

Das Entscheidende ist das Dazwischen. Weder hier noch dort. Einmal die Küste hinter sich gelassen verschwindet jegliches Gefühl für Zeit und Ort. “Es verstrichen mehr als zwei Stunden bis ich begriff, dass sich das Floß bewegte“. Aufgehoben in der Unendlichkeit, entnabelt, befreit von alten Sensibilitäten, Gebräuchen, Liebschaften. Vielleicht Vorfreude auf Neues, doch bis zur Ankunft und der Realisierung der Träume dauert es noch lange. Je unbekannter das Ziel, je unklarer die Reisedauer, desto intensiver die Reise.

Manchmal ist die Fahrt nur kurz, doch manchmal auch sehr lange. Bernard Moitessier segelte 1968 1 ½ mal nonstop um die Welt, in etwa 37’000 Seemeilen. Manchmal ist sie freiwillig und scheinbar ziellos wie bei uns auf TUVALU, oder sie ist erzwungen, wie bei Márquez Schiffbrüchigen.

Nur wenige Ereignisse unterbrechen die endlose Fahrt. Zum Beispiel wenn man „Mitten in jener unendlichen Einsamkeit, inmitten der dunklen Geräusches des Meeres, das Licht eines Schiffes“ sieht. Unzweifelhaft wird man dann auch „so laut schreien dass man mich in jeglicher Entfernung hören würde“. Auch für uns eine Essenz des Segelns: Das Meer als Gefühlsverstärker.

“A la deriva“ (=treibend) heisst eine Kunstaktion an der vor ein paar Wochen TUVALU teilnehmen durfte. Unser Freund und Künstler aus Spanien Jordi Isern (www.jordiisern.net) nutzte seine Zeit bei uns um einen entscheidenden Moment dieses Projektes umzusetzen. 17 kleinformatige Bilder von ihm wurden in versiegelten Plastikröhren etwa zwei Meilen südlich von Cayo Rosario, Cuba (N21°31 W081°56) ins Meer gegeben. Seit dem 14.März 2013 treiben sie nun dahin. Der glückliche Finder darf das Werk behalten, ist aber gebeten den Künstler über Ort und Zeitpunkt zu unterrichten.

Das Moment des „Dazwischen“ lässt auf verschiedenen Ebenen dieses Projekt erklären.

Normalerweise ist der Prozess des Übergangs zwischen Künstler und Kunstbesitzer weitgehend geklärt. Das Bild hängt oder steht im Atelier des Künstlers (vielleicht kurzzeitig in einer Galerie) bis es vom (bekannten) Käufer zum vereinbarten Termin bezahlt und abgeholt wird, welcher es seinerseits dann wieder in seinem Wohnzimmer aufhängt und glücklich betrachtet.

Doch bei “A la deriva“ öffnet sich hier ein unendlicher Raum. Die Kapseln schwimmen im Meer dahin, werden vielleicht mal irgendwo an einen Strand geschwemmt, dort allenfalls gefunden und eventuell vom Finder als Kunst erkannt und dann in seinem Wohnzimmer aufgehängt. Oder vielleicht gehen auch alle 17 Bilder verloren oder schwimmen endlos in einem Strudel auf Hochsee. Das Entscheidende in “A la deriva“ ist somit weder die Konstruktion des Werks durch den Künstlers, noch die message des Bildes, noch die Perzeption des Betrachters. Sondern das ungewisse Dazwischen.

Jordi Isern merkte an, dass es sich bei “A la deriva“ auch um ein durchaus politisches Manifest handelt. 17 Bilder treiben dahin, so wie die 17 Kubaner die 1999 von Cienfuegos aus ihr Glück mit einem Floss in einer neuen Heimat suchten. Verstehen wir das Dazwischen als die Essenz von “A la deriva“ so lässt sich hier das Werk sicherlich als Protest gegen totalitäre politische Systeme verstehen. Grenzen, Mauern, Verbote – Ideologien die wichtiger sind als die persönliche Freiheit.

Das Meer als Synonym der Toleranz, ein zeitloser Raum ohne Grenzen – und nicht getrennt durch Nationalismen, da wir eine einzige Mischgemeinschaft bilden, welche von jeder Last des Provinzialismus befreit ist (Che Guevara, 1952), und uns so alle als gleichwertige Brüder und Schwestern vorbehaltlos aufnimmt.

Nb.

– Ein Video uns über der Kunstaktion ist hier zu sehen: YouTube

– Zudem berichtete auch das spanische Fernsehen RTVE berichtete über die Aktion in einem kurzen Beitrag (auch TUVALU ist zu sehen!). Zu finden hier, Minute 23:10

 

A LA DERIVA

A las cuatro de la tarde se calmó la brisa. Como no veía nada más que agua y cielo, como no tenia puntas de referencia, transcurrieron más de dos horas antes de que me diera cuenta de que la balsa estaba avanzando. Pero en realidad, desde el momento que me encontré dentro de ella, empezó a moverse en línea recta, empujada por la brisa, a una velocidad mayor de la que yo habría podido imprimirle con los remos. Sin embargo, no tenia la menor idea sobre mi dirección y la posición. No sabía si la balsa avanzaba hacia la costa o hacia el interior del Caribe. Esto último me parecía más probable, pues siempre había considerado imposible que el mar arrojara a la tierra alguna cosa que hubiera penetrado 200 millas, y menos si esa cosa era algo tan pesado como un hombre en una balsa.(…) Después de las doce (de la noche) sentí deseos de llorar. No había dormido ni un segundo, pero ni siquiera lo había intentado. Con la misma esperanza con que esa tarde esperé ver aviones en el horizonte, estuve esa madrugada buscando luces de barcos. Permanecí largas horas escrutando el mar; un mar tranquilo, inmenso y silencioso, pero no vi ni una sola luz distinta de las estrellas. El frío fue mas intenso en las horas de la madrugada y me parecía que mi cuerpo se había vuelto resplandeciente, con todo el sol de la tarde incrustado debajo de la piel. Con el frío me ardía mas. La rodilla derecho empezó a dolerme después de las doce y sentía como si el agua hubiera penetrado hasta los huesos. Pero esas eran sensaciones remotas. No pensaba tanto en mi cuerpo como en las luces de los barcos. Y pensaba que en medio de aquella soledad infinita, en medio del oscuro rumor del mar, no necesitaba sino ver la luz de un barco, para dar un grito se habría oído a cualquier distancia.

Gabriel García Márquez; relato de un naufrago; 1984

Una de las características más fundamentales de la navegación es sentirse conectado con el infinito. Zarpamos, dejamos atrás la tierra, lo conocido, el amor, la patria. Hasta que se observa en el horizonte el destino, las tierras nuevas, tal vez un puerto seguro.

Pues, lo determinante de la navegación es sentirse “entre medio”. Ni aquí, ni allá. Una vez que la costa ya no es visible, desaparece la noción de tiempo y lugar. “Transcurrieron más de dos horas antes de que me diera cuenta de que la balsa estaba avanzando.” Envuelto en el infinito, truncado, libre de viejas sensibilidades, costumbres, enlaces. Tal vez sueñas con el nuevo mundo, el futuro, pero hasta que llegas aún hace falta mucho, mucho tiempo. Lo mas desconocido el destino y lo mas incierto el momento de la llegada, lo más intenso será el viaje.

A veces el viaje es corto, pero a veces muy largo. 1968 Bernard Moitessier daba 1 ½ veces la vuelta al mundo con su velero sin parar: 37.000 millas náuticas. A veces unos navegan voluntariamente y aparentemente sin destino definido como nosotros en TUVALU, o bien por fuerzas mayores como en el relato de un naufrago de Márquez.

Pocos eventos interrumpen un viaje oceánico. Por ejemplo, si “en medio de aquella soledad infinita, en medio del oscuro rumor del mar” se observa “la luz de un barco”. Es cuando se da “un grito que se habría oído a cualquier distancia”. También para nosotros eso es la esencia de la navegación: el mar como amplificador de sentimiento.

“A la deriva” se llama una obra de arte de acción en la cual participamos con el TUVALU hace unas semanas. Nuestro amigo y artista Jordi Isern (www.jordiisern.net) aprovechó su estancia con nosotros para poner en práctica un momento decisivo de este proyecto. 17 pinturas suyas se colocaron en capsulas de plástico selladas y se lanzaron desde el TUVALU al mar, a unas dos millas al sur de Cayo Rosario, CUBA (N21°31 W081°56). Desde el 14 de marzo 2013 la obra está a la deriva. Quien encuentre una cápsula puede quedarse el cuadro, solamente se pide ponerse en contacto con el artista.

El momento de “entre medio” puede servir para interpretar algunos niveles de este proyecto.

Normalmente, el proceso de transición entre artista y espectador/comprador se resuelve sin grandes complicaciones conceptuales. El cuadro está colgado en el estudio del artista o en una galería, hasta que un comprador (conocido) lo paga, lo recoge en la fecha acordada, para luego a su vez colgarlo felizmente en su sala de estar.

Pero en “A la deriva” se abre un espacio indefinido en ese proceso aparentemente simple. Las cápsulas flotan en el mar, quizá quedan varadas en una playa en algún lugar del mundo, ahí tal vez alguien lo encuentra o no, quizás reconoce la cápsula como arte y luego lo cuelga felizmente en su sala de estar. O tal vez los 17 cuadros se pierden en unos manglares, se hunden al fondo del mar o flotan sin parar en un remolino del océano infinito. Lo principal en “A la deriva” es, pues, ni la construcción de la obra del artista, ni el contenido (el mensaje del mismo cuadro en si), ni la percepción del espectador. Sino la transición incierta entre creador y espectador; el momento de “entre medio”.

Jordi Isern señaló que su obra “A la deriva” también se podría entender como un manifiesto político. 17 fotos están a la deriva, como los balseros de Cuba en enero 2001 cuando 17 chicos desde Cienfuegos buscaron su suerte con una balsa escapando de su patria, buscando tierras nuevas. Si entendemos el espacio intermedio como la esencia de la obra “A la deriva”, pues ciertamente se puede entender como una protesta contra los sistemas políticos totalitarios. Contra los límites, los muros, las fronteras, las prohibiciones. En contra de ideologías que son más importantes que la libertad y diversidad personal.

El mar se entiende como sinónimo de tolerancia, un espacio sin tiempo y sin fronteras – y no separado por nacionalismos, ya que constituimos una sola raza mestiza, liberado de cualquier carga de provenzalismos (Che Guevara, 1952). Un espacio que nos alberga incondicionalmente a todos como hermanos y hermanas.

Nb.

–   Un video de nosotros de A la deriva se puede ver en el Canal del Tuvalu de YouTube, o bien directamente en este link: YouTube

–   También en la televisión española RTVE1 salió un breve reportaje de A la deriva (ver minuto 23:10): aquí


crossover

14. April 2013, by

ÜBERQUEREN

Was verliert man wenn man eine Grenze überschreitet? Jeder Moment scheint in zwei Teile zu zerbrechen: Melancholie für das was zurückbleibt. Und andererseits voller Enthusiasmus neues Land betreten zu dürfen. (Ernesto Che Guevara, 15 Februar 1952, Lagos frías, Argentina).

Sternenklare, mondlose Nacht, 04:00 | 21°19’N 086°11’W | Kurs 252 Grad | 20 Knoten Wind | 3 Knoten Strom quer ab | Welle 1,5m | 5 Knoten Fahrt GPS | TUVALU im Kanal von Yucatán. Hinter uns liegt Los Morros, Cuba | Noch 30 Meilen bis Isla de Mujeres, Mexico

CRUZAR

¿Que es, lo que se pierde cruzar una frontera? Cada momento parece partido en dos. Melancolía por lo que queda atrás. Y por otro lado; todo el entusiasmo por entrar en tierras nuevas.

(Ernesto Che Guevara, 15 de febrero 1952, lagos frías, Argentina)

Las estrellas brillan en una noche sin luna, 04:00 | 21°19’N 086°11’W | rumbo 252 grados | 20 nudos de viento | 3 nudos de corriente laterales | 1,5m de olas | 5 nudos de velocidad GPS | TUVALU en el canal de Yucatán. Atrás queda Los Morros, Cuba | Faltan 30 millas hasta la Isla de Mujeres, Méjico

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Sailing is nice!

9. April 2013, by

SEGELN IST TOLL!

Seit einer halben Stunde begleiten uns Dutzende von Delfinen! Nie wird man müde ihnen zuzuschauen, sie spielen mit TUVALU als sei es ihr grosser Bruder! Wieder mal ist einfach alles perfekt. Passatwinde von hinten mit 20 Knoten, Passatbeseglung, der Windpilot steuert leise und zuverlässig. Und im Ofen eine Languste, die wir heute morgen bei ein paar Fischer gegen Buch und Insektenspray eingetauscht haben. Segeln ist toll – noch 15 Meilen bis Maria la Gorda (SW – Kap von Kuba)!

¡NAVEGAR ES MARAVILLOSA!

¡Desde hace media hora nos están siguiendo unas docenas de delfines! Nunca nos cansamos mirarlos como están jugando con el TUVALU, parece que lo ven como su hermano mayor. Una vez mas todo parece perfecto. Vientos de alisios de popa, foque y genova atangonado, el piloto de viento conduce el barco a la perfección. Y en el horno una langosta que intercambiamos esta mañana con unos pescadores por un libro y un espray de insectos. Navegar es una maravilla – nos faltan 15 millas para llegar a María la Gorda (suroeste de Cuba)

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Arriving is not easy

8. April 2013, by

ANKOMMEN IST NICHT EINFACH

Die erste Bö trifft unsere Yacht wie ein Hammerschlag. Der Wind pfeift im Rigg und der Rumpf bockt unwillig. Wir legen uns zur Seite, surfen unter Anker. Nach einem schnellen Winddreher von Süd über West nach Nord ist sie in aller Wucht da, die angekündigte Kaltfront.

Üblicherweise bringen diese in Kuba viel Wind und Regen. So entschlossen wir uns vor ein paar Tagen zur nächsten grossen Insel – la isla de Juventud – zu segeln, wo wir guten Schutz erhofften. 60 Meilen nettes Passatsegeln bei flachem Meer brachten uns Abends zur Marina Siguanea, der einzige offizielle Yachthafen der Insel. Mehrfach haben wir nachgefragt – auch telefonisch – ob die Wassertiefe in der Einfahrt genügt. Ja, kein Problem für uns, so lautet die Auskunft. Also wunderbar.

Doch nun hier lautet der Bescheid plötzlich: 1.40 Meter (… doch der Tiefgang der TUVALU ist 2.10 m). Shit! Eigentlich hätten wir es wissen müssen – ist ja nicht das erste mal: Trau keinem wenn er Dir etwas über Wassertiefen sagt. Statt nettes Plauschen im sichern Hafen liegen wir ungeschützt auf Legerwall (Für Nichtsegler: die Yacht befindet sich vor der Küste mit auflandigem Wind). Nebenan ankern zwei weitere Yachten dem selben Schicksal. Immerhin sind wir nicht die Einzigen. Und in der Marina drin keine einzige Segelyacht – wen wundert’s.

Doch jetzt, nach einer ruhigen Nacht, geht’s los. 35 Knoten Wind. 2 Meter Welle. Regen horizontal. Blitz und Donner. Der Himmel bricht über TUVALU zusammen. Die Götter scheinen erzürnt zu sein. Warum den um Himmels willen auch? Die französische Yacht driftet langsam Richtung Land, kann sich aber mit dem Motor noch knapp retten und ankert neu. Der Engländer ist gerade am Einkaufen (im Dorf auf der anderen Seite der Insel) – Wetterberichte anschauen ist offenbar nicht jedermanns Sache.

Auf der TUVALU ist soweit alles klar. Trotz 35 Knoten Wind; der Anker hält Dank 50m Kette auf 4 Meter Wassertiefe. Es rüttelt und schüttelt. Doch wir liegen fest. Zuhause auf dem Sofa rumlümmeln und bei Bier & Chips einen Match von Barça schauen wäre jetzt wunderbar. Oder in die warme Badewanne steigen. Nach zwei bis drei Stunden ist die Front durch. Wind und Welle beruhigen sich etwas. Und wäre die Luftfeuchtigkeit nicht bei etwa 99% dann wär’s schon fast wieder gemütlich.

Die Marina Siguanea steht vielleicht für Vieles in Kuba. Gebaut durch die Amerikaner noch vor dem Sieg der Revolution 1959 liegt sie nun trost- und nutzlos in der Landschaft. „Es gibt kein Geld um die Einfahrt auszubaggern“ sagt Hafenkapitän Ronaldo. „…und wenn ihr sie nicht ausbaggert dann können wir auch kein Geld für Liegeplatzgebühren ausgeben“ ergänzen wir im Stillen. Die Wunder der Planwirtschaft.

Trotzdem gibt die Marina aber etwa zwölf Personen Arbeit. Rund um die Uhr überwachen sie alles. Primär uns wenige Yachtie’s, wenn wir da draussen im Regen stehen. Denn es gibt ja viel zu tun. In kleine Heftchen werden scheinbar wichtige Notizen eingetragen. Es werden Mehrfach – Formulare ausgefüllt, es wird gestempelt, unterschrieben, weitergeleitet und delegiert. Zudem wird jede Yacht bei Ankunft und Abfahrt inspiziert. Zwei Beamten kommen zu uns raus und schauen in alle Schränke – was sie denn so genau suchen ist uns immer noch Mysterium. Natürlich müssen wir mit unserem Dinghi auch den Fährdienst für sie übernehmen, ein eigenes Boot besitzen sie nicht. Ja, und wie sollten sie so auch die Wassertiefe der Einfahrt kennen?

LLEGAR NO ES FACIL

La primera racha golpea nuestro yate como un trancazo de martillo. El viento está silbando preocupantemente en la jarcia y el casco esta botando. Nos inclinamos de lado a lado, surfeamos anclados. Después de un giro rápido del viento de sur al norte pasando por oeste: el frente frio ya esta aquí.

En Cuba habitualmente los frentes fríos conllevan mucho viento y lluvia. Así decidimos hace unas días ir a una isla de mayor tamaño – la isla de la Juventud – donde esperábamos mejor protección. 60 millas de navegación placida en los vientos de alisios con mar plano nos han llevado por la tarde a la marina Siguana, la única marina oficial de la isla. Varias veces nos hemos asegurado – también por teléfono – si hay suficiente calado en la entrada al puerto. Si, ningún problema para nosotros, fue siempre la respuesta. Pues, perfecto.

Pero ahora, estando ya aquí, de repente nos dicen: 1.40 metros (¡…pero el TUVALU esta calando 2.10 metros…!). !Mierda! Lo hubiéramos tenido que saber, ya que no es la primera vez: No te confíes de ninguno si te dice algo respecto a las profundidades del mar. En vez de estar amarrado tranquilo y relejado en el puerto nos encontramos delante de un temporal sin protección entre viento y costa. Al lado nuestro hay dos yates mas con el mismo destino. Al menos no somos los únicos. Y dentro de la marina no hay ningún yate – que sorpresa…

Pero ahora, después de una noche tranquila, el frente ha llegado. 35 nudos de viento. 2 metros de ola. Lluvia horizontal, visibilidad pocos metros. Rayos y truenos. Los dioses parecen estar enfadadísimos. ¿Por qué? El yate francés está deslizando lentamente hacia la tierra, arrancando el motor se salva por los pelos y consigue fondear de nuevo mas mar a dentro. El inglés está en el pueblo (a una hora de distancia en bus)– escuchar la previsión meteorológica parece que no es lo suyo.

En el TUVALU todo está mas o menos en orden. A pesar de 35 nudos de viento, la ancla se ha agarrado perfectamente en la arena – gracias a 50 metros de cadena en 4 metros de profundidad. Que bonito sería si ahora estuviéramos en casa, tumbandos en el sofá y tomando una cerveza, mirar un partido del Barça. Después de 2-3 horas el frente ha pasado, el viento y el mar se tranquilizan un poco. Si no hubiera una humedad relativa de aparentemente unos 99% casi ya estaríamos cómodos.

La Marina Siguana tal vez sea representativo para muchas cosas en Cuba. Construida por los americanos aun antes del triunfo de la revolución de 1959, ahora está casi sin uso y en un estado lamentable. “No tenemos dinero para dragar la entrada al puerto” nos dice Ronaldo, el capitán del puerto. “… y si no lo dragáis no podemos gastar nuestro dinero pagando la cuota de amarre…” añadimos en silencio. Los milagros de la economía de planificación comunista.

No obstante la marina da trabajo a aproximadamente 12 personas. 24 horas al día están vigilando todo. Principalmente los pocos veleros que de vez en cuando están fondeados delante de la marina. Pero por supuesto hay mucho trabajo. En pequeñas libretas se apunta cosas aparentemente importantes. Se rellena formularios de varias hojas, a veces con papel de carbón. O no, que complicado. Se estampan sellos, se firma, se pasa todo al superior y este delega de nuevo. ¡Ufff! Además cada yate que llega se controla. Dos funcionarios llegan también a nuestro barco y abren todos los armarios. Lo que buscan es un misterio. Evidentemente también nos toca hacer con nuestro chinchorro servicio de ferie, ya que ellos no tienen barco proprio. Así pues: ¿Y como podrían conocer la profundidad del mar en la entrada?

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destinations 5

3. April 2013, by

REISEZIELE 5 (UND ENDE): WIE SCHNELL WIR REISEN

Vor drei Jahren haben wir in Griechenland die spanischen Weltumsegler Miquel und Dora von der OCEANOVI kennengelernt. Da haben wir zum ersten Mal geahnt um was es bei der Formulierung des Reisezieles wohl gehen könnte. Wissensbegierig fragten wir was sie denn “das nächste Mal” anders machen würden. “Wir würden uns mehr Zeit nehmen” war die Antwort. Es war das Jahr 13 ihrer Weltumseglung.

Trotzdem fuhren wir in unserem ersten Segeljahr noch quasi im Schnellzug. Die klassische „Barfuss-Route“ führte uns via Kanaren in die West Indies. Westafrika, Kapverdische Inseln und Brasilien liessen wir unbedacht aus. Doch in Trinidad haben wir dann abgebremst. Anstelle dem schnellen Durchsegeln nach Panama sind wir nun nach Kuba abgeschwenkt. In die Nebenstrasse eingebogen, um zu sehen was es da sonst noch so gibt. Uff, und wirklich: Zuerst Haiti, und jetzt Kuba hinterlassen tiefe Eindrücke.

Vielleicht verhalten wir uns nun eher wie John Ruskin, der 1871 schrieb: “Ein mit hundert Meilen pro Stunde vorgenommener Ortswechsel macht uns kein Jota besser, glücklicher oder gescheiter. Die Welt enthält immer mehr, als der Mensch sehen kann, und ginge er auch noch so langsam; er wird sie nicht besser erkennen, wenn er schnell geht. Die wirklich kostbaren Dinge sind Reflexion und Anschauung, nicht Geschwindigkeit. Es tut einer Kugel nicht gut, wenn sie sich schnell fortbewegt, und es schadet einem Menschen nicht, wenn er wirklich ein Mensch ist, sich langsam fortzubewegen, denn nicht die Bewegung zeichnet ihn aus, sondern das sein.”

Vielleicht gefällt mir als ehemaliger beruflich bedingter Vielflieger das Segeln so, weil es eine fast unanständig langsame Art des Reisens ist. Im Zeitalter von Airbus und TGV bewegt sich der Segler mit Pferdekutschen – Geschwindigkeit. Der Vielflieger hingegen würde sich am liebsten von einem Ort zum andern beamen. Er hasst jegliche Verspätungen und Ablenkungen. Egal ob da Alpenglühen, Sonnenuntergänge oder andere Katastrophen stattfinden; man sitzt aisled und nicht window. Dasselbe Taxi, dasselbe Gate, derselbe Sitzplatz, dieselbe Stewardess, dasselbe Hotel. The same procedure as every year. Unplanmässiges ist Horror. Als Segler jedoch das Programm.

Drei Monate für 600 Meilen Südküste Kuba ist ja nun wirklich nicht gerade schnell. Andere segeln das locker in einem zweiwöchigen Charter. Doch um ein so komplexes, andersartiges Land wie Kuba zu verstehen natürlich immer noch viel zu flüchtig. Unser Plan erlaubt aber immerhin Unplanmässiges: Der Hafenkapitän singt Boleros vor seiner geschiedenen Frau, wir steigen Nachts auf Leuchttürme, tauchen zu den Seesternen, träumen von Jogurts und lassen Fidel in der Schweinebucht fischen.

Im ersten Blog der Miniserie habe ich davon geschrieben, dass schliesslich schon Kolumbus nach Indien wollte. Vielleicht liegt im möglichen Scheitern die eigentliche Essenz des Weltmseglerdaseins. Wie langweilige wäre es doch, wenn wir einfach in wenigen Monaten um die Welt sausen würden. Ohne Stürme, Strömungen, Wellen, ohne Immigrationsbeamten, ohne Falschverstandenes und Gutgemeintes. Paul Valery sagte es so: „Der Wind erhebt sich! … Leben: Ich versuche es!“.

DESTINOS 5 (Y FINAL): CON QUE VELOCIDAD VIAJAMOS

Hace tres años en Grecia teníamos el placer de conocer los navegantes españoles Miquel y Dora del OCEANOVI que casi ahí concluyeron su vuelta alrededor del mundo. Fue cuando por primera vez intuimos de que iba eso de la definición de un destino de viaje. Preguntando lleno de curiosidad lo que harían diferente la siguiente vez nos respondieron: “Nos tomaríamos algo mas de tiempo”. Era el año 13 de su vuelta al mundo.

No obstante en nuestro primer año viajábamos casi como en la autopista. La ruta clásica “de la mantequilla” nos llevaba a Gibraltar, Cádiz, Canarias y Martinica. Dejamos sin visitar África occidental, Cabo Verde y Brasilia. Pero llegando a Trinidad pusimos el freno. En vez de ir corriendo hacia Panamá nos desviamos hacia Cuba. Era como entrar a una carretera secundaria para ver que hay por ahí. Uff, y de verdad: primero Haití, y ahora Cuba nos llena con impresiones profundas.

Tal vez ahora actuamos mas como el pintor John Ruskin que escribió 1871: “Un cambio de lugar realizado por cien millas por hora no nos hace en nada mejor, mas feliz o mas listo. El mundo siempre conlleva mas de lo que el hombre es capaz de observar, aunque anduviera tan lento como pudiera no podría observar mas andando mas rápido. En realidad las cosas realmente valiosas son la reflexión y la observación, no la velocidad. No conviene moverse rápido como una bala y no hace daño a un hombre andar lentamente. Ya que no es el movimiento que le define sino el ser.”

Viajé regularmente en avión por mi trabajo. Tal vez sea por eso que me gusta moverme en un medio de transporte casi insultantemente lento (¡y incomodo, dice la Imma!) como en un velero. En el siglo del Airbus y AVE nosotros nos movemos con velocidad de carro de caballos. Los viajeros frecuentes les gustaría trasladarse en un solo instante de un lado al otro. Odian cualquier retraso o distracción. No importa si hay puestas de sol, Alpes con glaciares o otras catástrofes, ya que están sentados en pasillo y no en ventana. Siempre la misma plaza de parking en el aeropuerto, el mismo gate, la misma aerolínea y preferible la misma azafata, y por supuesto el mismo hotel. El mismo procedimiento como siempre, por favor. Temen como la peste las sorpresas. Pero como navegante son el programa.

Tres meses para 600 millas costa sur de Cuba no parece muy rápido. Otros navegan esa distancia sin problemas en un chárter de 2 semanas. Aunque para comprender un país tan complejo y diferente como Cuba aun es muy poco tiempo. Pero al menos nuestro plan admite lo imprevisible: el capitán del puerto está cantando boleros delante de su ex mujer, por las noches subimos con el farero a su faro, buceamos para encontrar las estrellas del mar, soñamos con yogurts y dejamos Fidel pescando en la bahía de los cochinos.

En el primer blog de ese mini – serie he escrito que ya Colon quería viajar a India. Tal vez el posible fracaso es la esencia del proyecto de un vueltamundista. Que aburrido sería si navegáramos en pocos meses alrededor del mundo, sin temporales, corrientes, problemas con inmigración. Sin malentendidos y bien pensados. Paul Valery decía: “El viento se levanta! … vivir: lo intento!”