cogito ergo sum

2018-03-15T20:31:36+00:00 3 Februar, 2015|2015, Las Perlas, Panamá|

Weder noch. Zwischen. Unscharf.

Wir sind gewohnt die Dinge klar zu sehen. Also: Eindeutig. Bestimmt. Präzis. Seit der Epoche der Aufklärung geht man den Dingen auf den Grund. Seit dann wird bestimmt, klassifiziert, quantifiziert, analysiert. Man will Antworten. Es begann mit James Cook, Alexander Humboldt, Charles Darwin und natürlich René Descartes: Cogito ergo sum.

Heute scheint alles noch viel einfacher zu sein. Wikipedia weiss alles. Google Earth zeigt alles. Der GPS sagt uns wo. Wenn unsere elektronische Seekarte besagt da liege ein Durchfahrt und trotzdem ist da eine Insel, dann hat die Natur gepfuscht. Heute ist die digitale Welt die reale. Wir glauben unseren Beweisen, Zeugnissen, Belegen. Wir wollen Kontrolle.

Einspruch. Unser Streben nach Verstehen führt nicht zu Antworten. Oder nur bedingt. Jede Antwort generiert zehn neue Fragen. Die Welt ist komplex.

Wir wurden vorgewarnt. Hier im Pazifik gibt es die Flut. Und die Ebbe. Alle sechs Stunden sei es anderes, wegen dem Mond.

Ungefähr. Hier auf der Insel Málaga in den Perlas dauert es im Moment genau genommen 06:14 06:02 06:10 06:00 06:07h. Das Wasser ist also mal oben, mal unten. Mal findet der Strand statt, mal nicht. Das Wasser steigt und sinkt um 3.59m 3.58m 3.68m 3.76m 3.82m. Komische Tide. Eiert der Mond um die Welt?

Das Ufer ist also mal hier, mal dort. Weit gefehlt. Weder das eine noch das andere. Es gibt bloss das Weder noch. Das Zwischen. Das Unscharfe. Wir wandern auf dem felsigen, noch nassen Strand. Weder Meer noch Land. Und das Unbestimmte lebt. Schnecke, Fische, Krebse. Doch wie? Sechs Stunden Luft anhalten bis man wieder aus dem Wasser taucht? Oder Kiemen zuklappen und an der Sonne rösten? Fragen über Fragen.

Wo endet das Meer, wo beginnt das Land? Zum Teufel mit Google Earth und digitalen Seekarten. Die reale Welt ist das Weder noch, das Zwischen, das Unscharfe. Und eine atemberaubende Poesie der Ästhetik.

 

3 Comments

  1. boris Mittwoch, der 4. Februar 2015 um 08:13 Uhr - Antworten

    felicidades por el post. precioso tema.
    Ist dann Ebbe und Flut im Pazifik stärker als im Atlantik?
    Im Prinzip ja spannend, damit kommt beim Segeln eine neue Dimension ins Spiel.

  2. leon costilla Mittwoch, der 4. Februar 2015 um 18:07 Uhr - Antworten

    fenómeno mi teacher no dejes de ilustrarnos sobre estas maravillas que vivimos atraves vuestro, aupa que no decaiga.un fuerte abrazo

  3. SV Tuvalu – Hans Geilinger ES | Windpilot Blog Donnerstag, der 5. Februar 2015 um 18:30 Uhr - Antworten

    […] digitale Welt die reale. Wir glauben unseren Beweisen, Zeugnissen, Belegen. Wir wollen Kontrolle. WEITERLESEN Dieser Beitrag wurde unter CO – BLOGGER, Tuvalu veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den […]

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