black pearls

Oft haben wir uns gefragt: Ja, und von was leben sie denn? Hier in den Tuamotus? Das Leben scheint hier absolut stressfrei zu sein. Südsee. Die Sonne scheint immer, das Meer ist türkis, die Palmen schaukeln im Wind. Hat man Hunger geht man fischen, der Durst stillt man mit Kokosnussmilch. Alle haben stets Zeit für einen Schwatz.
Und es kommt noch fetter. Die Polynesier haben einfache, aber anständig gebaute Häuser, Flachbildschirm – TV’s, Smartphones und viele fahren neue grosse 4×4 Toyota Pickups. Wirklich hart arbeiten sieht man selten jemand. Haben wir im Westen einfach ein Leben lang etwas falsch gemacht?
Inwieweit Frankreich aus geostrategischen Gründen sein polynesisches Völklein mit Subventionen bei Stange – oder besser gesagt als Bewohner auf den Inseln – hält, ist uns auch nach Monaten noch nicht wirklich schlüssig geworden. Doch zumindest zwei Einkommenszweige gibt es.
Zuerst wäre da die Copra – Produktion. Allerorts werden die Kokosnüsse gesammelt, aufgeschlagen und das Weisse getrocknet. Von Zeit zu Zeit kommt dann ein Frachtschiff und transportiert das Ganze ab. 140FP erhält der Produzent pro Kilo, also etwa 1.20€. Uns scheint das doch ein ganz anständiger Preis – der wohl kräftig von Frankreich subventioniert wird. Denn warum haben sonst die Kunas auf San Blas dieses Business praktisch eingestellt, nachdem der Weltmarktpreis für Copra in den Keller gesaust ist?
Doch dann haben sie hier in den Tuamotus noch eine weitere Industrie. Die Perlenproduktion. Grau-Schwarz glänzen sie wenn sie die Chinesin mit einer langen Pinzette aus der Muschel zieht. Als wir uns das erste mal durch eine mit farbigen Bojen gespickt Lagune zirkelten, haben wir realisiert dass man heute nicht mehr intuitive nach der grossen schwarzen Perle taucht. Das Ganze geht schon fast industrielle zu und her. Gigi in Raroia erklärt uns alles in ihrer Perlenfarm. Den einjährigen Muscheln werden runde Plastikkügelchen als Fremdkörper eingepflanzt. Dann hängen sie die Taucher wieder an langen Seilen an Bojen in die Lagune, wo sie nach einem weiteren Jahr das Ganze zu einer edlen schwarzen Perle verwandelt haben.
Die einen verwandeln Wasser zu Wein, andere Plastik zu Perlen. Genial sind wohl beide. Selbst habe ich bis anhin bloss Nierensteine produziert.
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