{"id":17943,"date":"2025-05-21T18:39:27","date_gmt":"2025-05-21T16:39:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/?p=17943"},"modified":"2025-05-23T12:37:51","modified_gmt":"2025-05-23T10:37:51","slug":"nichts-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/nichts-2\/","title":{"rendered":"Nichts"},"content":{"rendered":"
Auf Hochsee, von Griechenland nach Malta<\/i><\/p>\n
Blau. So weit ich sehe. Nur Blau. Rings um mich herum. Wie ich mich auch drehe. Bis zum Horizont. Blau. Dort weit drau\u00dfen eine scharfe Linie. Dar\u00fcber himmelblau, darunter azurblau. Nichts weiter. Keine Wolken, die dahinziehen. Keine V\u00f6gel, die kreisen. Auch keine Delphine, die mit uns spielen. Nur die Sonne, die schon hoch \u00fcber mir steht und mein Blut w\u00e4rmt. Ein leises Gurgeln. Wir gleiten dahin. Langsam und stetig, vom Wind getrieben. Immer vorw\u00e4rts. Ruhig, das sanfte Hin und Her der kaum wahrnehmbaren Wellen im K\u00f6rper sp\u00fcrend.<\/p>\n
Kein Land in Sicht. Keine Menschen. Keine Schiffe, weder die riesigen mit ihren Containern, noch die Stromboli, die Yacht meines Freundes, die wahrscheinlich auch unsichtbar vor oder hinter oder neben mir dahintreibt. Aber was soll\u2019s. Nichts ist zu sehen, nur das Blau: eindringlicher, faszinierender, tiefer als je zuvor. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Farbe, die eine so gro\u00dfe Fl\u00e4chen bedeckt wie diese: Blau.<\/p>\n
Stille. Tiefe, absolute Stille. Frieden. Die Welt ist weit weg, zumindest das, was wir an Land meist so wahrnehmen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Politik, der Verkehr, ja, leider auch der Krieg. Ohne Nachrichten, ohne Internet wei\u00df ich nichts davon, wir gleiten einfach dahin. Endlos. Das wahre Leben.<\/p>\n
Nur wir beide, allein, hier weit drau\u00dfen. Scheinbar verloren im Nichts und abgekoppelt. Die Tuvalu und ich. Vereint, verbunden im unendlichen Blau. Aufgehoben im Scho\u00df der Natur, die intensiver kaum sein k\u00f6nnte. Knapp, so reduziert, wie sie kraftvoller kaum sein k\u00f6nnte. Tief ins Herz eindringend. Ehrf\u00fcrchtig schaue ich hinaus. Dankbar, dass das Meer mich aufgenommen hat.<\/p>\n
In der Nacht gehen die Sterne am Firmament auf. Ein unglaubliches Spektakel. Milliarden von Welten m\u00fcssen dort sein. Unendlich weit entfernt und doch sind wir ein Teil davon, eindringlicher denn je. Ich schlafe im Zwanzig-Minuten-Rhythmus. Bin jetzt ja Einhandsegler. Nicht, dass noch ein Schiff meinen Kurs kreuzt.<\/p>\n
Dann geht wieder die Sonne auf. Streichelt sanft meine Haut. Und wir gleiten weiter. Zeit spielt keine Rolle mehr. Irgendwo und irgendwann liegt eine Insel vor mir. Dorthin wollte ich, warum wei\u00df ich nicht mehr. Warum auch?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
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