{"id":17582,"date":"2024-05-29T06:55:14","date_gmt":"2024-05-29T04:55:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/kabelsalate-und-seelattenwirrnisse\/"},"modified":"2024-05-29T06:55:14","modified_gmt":"2024-05-29T04:55:14","slug":"kabelsalate-und-seelattenwirrnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/kabelsalate-und-seelattenwirrnisse\/","title":{"rendered":"Kabelsalate und Seelattenwirrnisse"},"content":{"rendered":"

Eine vage Idee, wohin man will, hat man beim Ablegen ohne Zweifel, doch meistens kommt es dann doch anders. Selbst wenn wir viele technische Probleme in der Marina stressfrei und ohne Zeitdruck regeln konnten, blieb doch noch dieses und jenes h\u00e4ngig. Unterwegs bastle ich mich quer durchs Schiff, und langsam kommt alles wieder in Betrieb. Ich habe ja Zeit. Die elektronische Windanzeige oben im Mast bleibt aber defekt. Mehrmaliges Hinaufsteigen und das Auswechseln des mit Elektronik versehenen Teils f\u00fchrt zu keinem Resultat: Das Wind-Display unten im Cockpit bleibt stumm. Die Steckverbindung in der Mastspitze ist korrodiert, so ist auch ein neues Kabel notwendig. Nun gut, zwanzig Jahre hat\u2019s gehalten und einmal um die Welt. Immerhin.<\/p>\n

Zweifelsfrei l\u00e4sst sich auch ohne elektronische Windanzeige segeln. Als ehemaliger Jollen-Segler in jungen Jahren auf dem Schweizer Bodensee habe ich das ja auch immer gemacht. Die Wellen zeigen, wohin der Wind weht und wie stark er in etwa ist. Es ist jedoch trotzdem praktisch, die Winddaten \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, vor allem wenn ab Juli hier im \u00c4g\u00e4ischen Meer der Meltemi in Sturmst\u00e4rke bl\u00e4st.<\/p>\n

So fahren wir die ersten Wochen s\u00fcdw\u00e4rts, und nicht in den Norden wie geplant. Unsere unerwartete Schlaufe erm\u00f6glicht uns aber auch das Segeln zusammen mit Marcos auf seiner Stromboli (er, der mit mir zusammen den Indischen Ozean \u00fcberquerte). So kurven wir gemeinsam mit seiner netten Crew, die aus Jaume und Ramon besteht, quer durch die dodekanischen Inseln bis nach Symi. Wir erforschen Vulkane, orthodoxe Kapellen, Elefantenmuseen, bl\u00f6kende Ziegen und nat\u00fcrlich die vielen netten griechischen Restaurants. Dort trennen sich unsere Wege wieder, Stromboli muss weiter nach Rodas, wir nach Leros, wo wir schlie\u00dflich mit Hilfe eines Technikers das Problem mit dem elektronischen Windanzeiger beheben.<\/p>\n

Wir sind wieder Segler, was ja in den vergangenen 12 Jahren unser Leben gepr\u00e4gt hat. Jeden Morgen freut sich Imma auf die Videokonferenz mit unserer Enkelin. Ich k\u00e4mpfe mich derweil durch die Bilge, Kabelsalate und Seelattenwirrnisse \u2013 so versuchen jeder auf seine Art unsere R\u00fcckkehr ins Seglerleben zu meistern. In einer gro\u00dfen Schlaufe soll es diesen Sommer durch das \u00c4g\u00e4ische Meer gehen. Doch, der Weg ist das Ziel.<\/p>\n

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Dodecanese islands, Greece<\/a><\/p><\/blockquote>\n