{"id":17478,"date":"2019-08-03T12:00:05","date_gmt":"2019-08-03T10:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/tauschgeschafte\/"},"modified":"2019-08-03T12:00:05","modified_gmt":"2019-08-03T10:00:05","slug":"tauschgeschafte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/tauschgeschafte\/","title":{"rendered":"Tauschgesch\u00e4fte"},"content":{"rendered":"
Ein verf\u00fchrerisches Aroma steigt in meine Nase. Zweifellos sind es orientalische D\u00fcfte: Gew\u00fcrznelken, Muskatn\u00fcsse. Ich f\u00fchle mich zur\u00fcckversetzt in meine Kindheit, erinnere mich an Ali Baba, an Alice im Wunderland. Vor beinahe jedem Haus, in der Gasse ausgelegt auf feinen Stoffen, finden sich frische Gew\u00fcrze zum Trocknen an der Sonne. Ein nettes und gepflegtes Dorf, ein wenig Reichtum atmend (dies meint: keine absolute Armut). Die Bewohner sind freundlich und offen, nat\u00fcrlich gibt es wieder viele Selfies! Nach und nach steigen wir eine lange Treppe durch das Dorf hinauf und gelangen zum Wunderbrunnen. Das Gesicht hier Waschen mache sch\u00f6n. Vielfach erprobt und erwiesen von den Frauen im Dorf. W\u00fcrden sie mir sagen es f\u00fchre zu ewigen Leben, ich\u00a0w\u00fcrde es ebenso glauben.<\/p>\n
Noch h\u00f6her im Wald hatten die Holl\u00e4nder ihre Plantagen. Riesige, jahrhundertalte B\u00e4ume zeugen noch heute davon. Doch der Ertr\u00e4ge der Gew\u00fcrzproduktion ist nicht mehr was sie es mal waren. Vor Jahrhunderten gab es nur einen einzigen Ort in der bekannten Welt, an welchem Muskatnussb\u00e4ume wuchsen. Hier. Die genaue geografische Position des Banda Archipels\u00a0<\/em>wurde unter sieben Schl\u00f6ssern geheim gehalten, wie heute wie Googles Algorithmen. Dieses Besitztum machte einem zum Milliard\u00e4r. So ist es nicht verwunderlich, dass die Holl\u00e4nder, um die vollst\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber alle Inseln des Banda-Archipels zu erlangen, 1667 die kleine Insel Run\u00a0<\/em>mit den Engl\u00e4ndern gegen eine andere kleine Insel in Amerika abtauschten: Manhattan<\/em>. Ohne Zweifel befinden wir uns im World Trade Center<\/em>des 17. Jahrhunderts. Denn zu dieser Zeit wurde die Muskatnuss in Amsterdam mit Gold aufgewogen.<\/p>\n Damals als Sklaven genommen und zur Zwangsarbeit gezwungen, sind die Ureinwohner des Banda-Archipels heute nat\u00fcrlich wieder freie B\u00fcrger. Die Inseln geh\u00f6ren zu Indonesien, die Bewohner sind bescheiden und gl\u00e4ubig, in allen D\u00f6rfern rufen Imame in Moscheen zum Gebet auf. Eine protestantische F\u00e4higkeit ist ihnen jedoch geblieben; das Handeln. Wenn auch nicht zu Preisen von fr\u00fcher, heute sind es die Chinesen welche die Gew\u00fcrze kaufen. Wer denn sonst? Klar, auch noch ein paar verlorene Segler aus aller Welt.<\/p>\n


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