{"id":17410,"date":"2017-08-22T02:59:08","date_gmt":"2017-08-22T02:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/salty\/"},"modified":"2017-08-22T02:59:08","modified_gmt":"2017-08-22T02:59:08","slug":"salty","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/salty\/","title":{"rendered":"salty"},"content":{"rendered":"
Die B\u00f6en h\u00e4mmern mit 45 Knoten ins stark gereffte Grosssegel, die Fock haben wir schon vor Stunden ganz eingerollt. Wir kn\u00fcppeln gegen an, rauf und runter. Eine Achterbahn, eine Waschmaschine, und wir mitten drin. Jegliche Aktivit\u00e4t an Bord wird zur Akrobatik. Von wegen S\u00fcdsee, Palmen und Sandstrand. Ein M\u00e4rchen um ahnungslose Segler zu verf\u00fchren.<\/p>\n
Wellen wie Berge bremsen uns. Das Schiff sackt ins Tal, davor steht wieder eine Wand aus gr\u00fcnblau schimmerndem Wasser. Vier, f\u00fcnf Meter hoch sch\u00e4tzen wir. Dar\u00fcber die sch\u00e4umende Gischt, \u00fcber das Schiff hinweg brechend. Lausige zwei Knoten geht es noch voran. Hinter uns ein Tagesetmal von besch\u00e4menden 90 Meilen, vor uns noch 400 bis nach Fiji. Ein Albtraum der kein Ende nimmt. Mit allen H\u00e4nden (warum haben wir nur zwei davon?) versuche ich mich am Navigationstisch festzuklammern.<\/p>\n
Pl\u00f6tzlich h\u00f6re ich ein Blubbern, irgendwo aus der Richtung meiner F\u00fcsse. Mag es mir kaum eingestehen. Doch da ist es. Glug, glug, glug<\/em>. Es braucht \u00dcberwindung die Bodenbretter anzuheben. Physische, aber vor allem mentale. Mir schwant was da kommt. Shit, da schwappen also mehrere Dutzend Liter Wasser hin und her. Glug, glug, glug.<\/em> Ohne Hoffnung schmecke ich das Wasser mit dem Finger ab. Salzig.<\/p>\n Denn vor ein paar Stunden ist uns noch ein weiteres Missgeschick passiert. Der Anker hat sich aus der Halterung gel\u00f6st und stundenlang gegen den Rumpf geschlagen. Ein faustgrosses Loch hinterlassen, ohne dass wir es bemerkt h\u00e4tten. Woher also soll das Meereswasser sonst kommen? Stunden sp\u00e4ter und nach jedem erneuten Aussch\u00f6pfen sinkt die Hoffnung im Gleichklang mit dem Anstieg des Salzwassers.<\/p>\n Nach drei Tagen Inferno sind wir zum Umfallen m\u00fcde, fast unf\u00e4hig zu denken. Meine Hirnzellen scheinen desaktiviert zu sein. Hochseesegeln ist vor allem eine mentale Herausforderung. Mit der crew am Limit und einer Wasser machenden Yacht beschliessen wir letztendlich doch den Kurs zu \u00e4ndern. Die in den Weiten des Pazifiks verlorene Insel Rotuma<\/em> anzulaufen. Falls wir ein echtes strukturelles Problem h\u00e4tten, k\u00f6nnten wir dies zwar dort sicher nicht beheben. Sinkend g\u00e4be zumindest Land unter den F\u00fcssen. Einmal den Kurs ge\u00e4ndert, aktiviert sich auch mein Hirn wieder.<\/p>\n 24 Stunden sp\u00e4ter lassen wir v\u00f6llig ersch\u00f6pft den Anker in der kleinen Bucht in der NE Ecke der Insel fallen. Kristallklares Wasser, perfekt gesch\u00fctzt gegen die Passatwinde aus SE, eine traumhafte Szenerie wie sie nur die S\u00fcdsee bieten kann. Genau, deswegen segeln wir doch.<\/p>\n <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Die B\u00f6en h\u00e4mmern mit 45 Knoten ins stark gereffte Grosssegel, die Fock haben wir schon vor Stunden ganz eingerollt. Wir kn\u00fcppeln gegen an, rauf und runter. Eine Achterbahn, eine Waschmaschine, und wir mitten drin. Jegliche …<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":14692,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[391,215],"tags":[],"class_list":["post-17410","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pacific-crossing-3","category-pacific-crossing"],"yoast_head":"\r\n