{"id":17404,"date":"2017-07-24T21:02:46","date_gmt":"2017-07-24T21:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/fusion\/"},"modified":"2017-07-24T21:02:46","modified_gmt":"2017-07-24T21:02:46","slug":"fusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/fusion\/","title":{"rendered":"fusion"},"content":{"rendered":"

Wir haben ja schon vermutet, dass wir uns in Tuvalu wie zuhause f\u00fchlen k\u00f6nnten. Auch wenn die Begriffe Heimat, Identit\u00e4t<\/em> schnell mal \u00fcberstrapaziert werden und bei der TUVALU in Tuvalu eh konfus sind. Trotzdem. Der erster Landgang in Funafuti<\/em> vermittelt uns nicht nur das Gef\u00fchl auf einem verlorenen Atoll in der S\u00fcdsee zu sein, also mit Palmen, Sandstrand, Lagune, freundliche Menschen.<\/p>\n

Denn es hat auch eine Unmenge von Scooters, Motorr\u00e4der – bis hin zu einigen wenigen stattlichen, liebevoll gepflegten Harley Davidson. In einer Verkehrsdichte, die Barcelona kaum nachsteht. Man f\u00e4hrt zwar ohne Helm und Barfuss, mit Kleinkindern im Arm, mit den etwas gr\u00f6sseren vor sich stehend oder sie in einem Anh\u00e4nger nachziehend. Doch alle sind sie unterwegs, wie um sechs Uhr Abends in der katalanischen Millionenstadt. Nicht dass die Distanzen gross w\u00e4ren \u2013 weiter als die 12 km lange Strasse auf dem schmalen Ringriff hin und zur\u00fcck kann man nicht. Und einen Berg, selbst eine kleine Anh\u00f6he existiert eh nicht (was ja aus anderen Gr\u00fcnden durchaus sehr w\u00fcnschenswert w\u00e4re). Oft fahren sie auch die Landepiste des Funafuti International Airport<\/em> rauf und runter, der eigentliche \u00f6ffentliche Raum des Dorfs. Der vor Urbanit\u00e4t nur so strotzt, als w\u00e4re es das Forum<\/em> in Barcelona. Hier wird gespielt, Sport getrieben, man trifft sich, flaniert. Die zwei, drei Flieger pro Woche st\u00f6ren kaum.<\/p>\n

Und als w\u00e4ren wir zuhause (in diesem Falle Barcelona), gehen wir am Samstag zum Fussball. In den meisten S\u00fcdseeinseln dreht sich ja alles um Rugby. New Zealand ist Weltmeister, Fiji Olympiasieger. Aber in Tuvalu spielt man Fussball. Jeden Abend werden auf dem Flugfeld Tore aufgestellt und alt und jung, M\u00e4nner und Frauen spielen. Heute begann im Tuvalu Sport Ground<\/em>, dem Fussballstadium von Funafuti (mit Trib\u00fcne, wenn auch sensibel kleiner als das Camp Nou<\/em>), der Tuvalu Cup<\/em>. Die acht Teams der Inseln spielen gegeneinander. Gut, die Qualit\u00e4t ist nicht wie bei Messi und Neymar, die Begeisterung macht es aber wett. Neben mir sitzt Ben<\/em> auf der Trib\u00fcne. Im Bar\u00e7a \u2013 T-Shirt, mit dem Wappen von Bar\u00e7a als Tattoo am Bein. Sein Traum ist mal nach Barcelona zu kommen, da zu bleiben, jeden Match sehen zu k\u00f6nnen, katalanisch zu lernen. Die totale Fusion Tuvalubarcelona \u2013 noch mehr als wir selbst.<\/p>\n

In der kleinen Bibliothek von Funafuti bl\u00e4ttere ich mich durch die Geschichte. Langsam ich beginne zu verstehen. Als erster westlicher Menschen hat am 16. Januar 1568 Alvaro de Menda\u00f1a<\/em> (Genau! Der Ehemann der \u201eK\u00f6nigin der S\u00fcdsee<\/a>\u201c) das Nui Atoll<\/em> entdeckt, und Isla de Jes\u00fas <\/em>getauft. Anlanden konnten sie zwar nicht, aber immerhin konnte Kontakt zu den Bewohnern etabliert werden. 450 Jahre sp\u00e4ter scheinen sich die Spuren der spanischen \u201eEntdecker\u201c unwiderruflich festgesetzt zu haben.<\/p>\n

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