{"id":17306,"date":"2015-05-08T07:49:59","date_gmt":"2015-05-08T07:49:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/ia-ora-na\/"},"modified":"2015-05-08T07:49:59","modified_gmt":"2015-05-08T07:49:59","slug":"ia-ora-na","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/ia-ora-na\/","title":{"rendered":"ia ora na"},"content":{"rendered":"

Mana hupi taata nai mu. Natu hini up uta.<\/em> Mehrstimmig, mit voller Inbrunst singen sie. Manu hapa tata.<\/em> Die M\u00e4nner herausgeputzt, die Frauen mit farbenfrohen Kleidern und Blumen im Haar. Dicht gedr\u00e4ngt sitzen auch wir inmitten der vollst\u00e4ndig anwesenden Gemeinde auf den harten Holzb\u00e4nken. Nama mapu hi.<\/em> Was auch immer der Pastor predigen mag. Ma’a.<\/em> Doch schon bald f\u00fcllt sich die Kirche von\u00a0Hanavave<\/em>\u00a0in Fata Hiva<\/em> wieder mit dem harmonischen, hingebungsvollen Gesang auf markesianisch, unterlegt vom lieblichen Klang der Ukulele. Wir sind echt ergriffen.<\/p>\n

Zur\u00fcck auf der TUVALU liegt ein Kriegsschiff der franz\u00f6sischen Marine in der Bucht. Viel gen\u00fctzt hat uns der Kirchbesuch offenbar nicht. Denn prompt und profan werden wir kontrolliert. Da wir nicht vorab auf der Hauptinsel Hiva Oa in Franz\u00f6sisch Polynesien einklariert haben, setzt es von den freundlichen Zollbeamten eine kr\u00e4ftige Busse ab. Auch im Paradies kann man Pech haben – das Zollschiff kommt j\u00e4hrlich hier vorbei. Vielleicht h\u00e4tten wir doch kr\u00e4ftiger mitsingen sollen?<\/p>\n

Doch alle stecken wir unsere Missetat schnell weg. Zu sch\u00f6n und harmonisch ist der Ort. Nach wenigen Stunden hat uns das Dorf in ihre Gemeinschaft und ins Herz aufgenommen. Wir plaudern da und dort mit unserem holprigen franz\u00f6sisch. Machen auch diese und jene Tauschgesch\u00e4fte \u2013Fender gegen Waschen, Rum f\u00fcr Grapefruits und Bananen. Herzensgut sind die Menschen hier. Und wundersch\u00f6n ihre Heimat, eingebettet in eine perfekte, ungest\u00f6rte tropische Natur.<\/p>\n

Einmal im Monat kommt in Fatu Hiva das Versorgungsschiff vorbei. Fr\u00fcchte und Copra (das Weisse der Kokossnuss) werden gegen Grundnahrungsmittel gehandelt. Mit an Land kommen stets auch ein Rudel Touristen. F\u00fcr sie wird eine traditionelle Tanzauff\u00fchrung organisiert. Wir haben Gl\u00fcck. Denn so erleben wir sie also, die vielgepriesenen S\u00fcdseesch\u00f6nheiten mit Blumen im Haar. Traum aller weitgereisten einsamer Matrosen. Wie am Sonntag in der Kirche, wunderbar gekleidet und mit Blumenkr\u00e4nzen im Haar. Und tats\u00e4chlich, die in Realit\u00e4t grossen, dicklichen Frauen tanzen agil, grazi\u00f6s und erotisch zur Trommel- und Ukulele Musik der M\u00e4nner. Trotz dem etwas k\u00fcnstlichen Anlass, man lebt die Kultur mit Leidenschaft.<\/p>\n

Am Abend darauf h\u00f6ren wir vom Lande her noch bis sp\u00e4t in die Nacht Trommelmusik. In der finsteren Nacht trauen wir uns nicht hin. Wer weiss. Denn so ganz verstehen wir sie nat\u00fcrlich sowieso noch nicht. Wie auch, bei einem so kurzen Besuch. Ia ora na. Maita’i?<\/em><\/p>\n

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