{"id":17250,"date":"2014-10-17T21:44:33","date_gmt":"2014-10-17T21:44:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/breathless\/"},"modified":"2014-10-17T21:44:33","modified_gmt":"2014-10-17T21:44:33","slug":"breathless","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/breathless\/","title":{"rendered":"breathless"},"content":{"rendered":"
Hier schufeten sie also. Die brennend heisse Luft schimmert \u00fcber der roten-gelben Ebene. Wenn wir genauer hinschauen erkennen wir kleine silbern gl\u00e4nzende Salz-Einschl\u00fcsse in den Steinen. Ganze Familien lebten hier in \u00e4rmlichen Stein- und Lehmh\u00fctten, und rackerten sich in den Salzminen ab.<\/p>\n
Unwirtlicher kann man sich die Welt kaum vorstellen. Das Valle de la luna, eine Mondlandschaft. Es fehlt an allem, was man sich f\u00fcr ein normales Leben so w\u00fcnscht. Tags\u00fcber ist es brennend heiss, nachts bitter kalt. Es ist trocken wie sonst nirgendwo auf der Erde. Luftfeuchtigkeit = Null, sodass wir trotz der unglaublichen Hitze nicht ins schwitzen kommen.<\/p>\n
Bis vor wenigen Jahrzehneten lebten die Indigenos von San Pedro vom Salzabbau im Hochw\u00fcsten – Gebiet von Atacama, im Norden von Chile. Das Wasser brachten sie mit Maultieren oder Lamas auf langen Tagesm\u00e4rschen von San Pedro aus zu ihren H\u00e4usern irgendwo da draussen bei den Salzminen. Die wenigen D\u00f6rfer schmiegen sich an die sp\u00e4rlichen Oasen; San Pedro, Sucaire und wie sie auch immer heissen m\u00f6gen. 2400 Meter \u00fcber Meer. Zu allem Elend erreichten dann im 16. Jahrhundert auch noch die spanischen Eroberer die Gegend. In ihr eigenen un\u00fcbertreffbaren Brutalit\u00e4t l\u00f6schten sie die hart erarbeitete Kultur, Sprache und soziale Struktur aus.<\/p>\n
Was f\u00fcr die Urbev\u00f6lkerung ein kn\u00f6chelharter Kampf ums \u00dcberleben war, reduziert sich f\u00fcr uns auf ein un\u00fcbertreffbares, atemberaubendes \u00e4sthetisches Erlebnis. W\u00e4hrend vier Tagen wandern wir quer durch die W\u00fcste, baden in kleinen Salzseen und fahren mit unserem Miet – Pickup – Auto auf Sandpisten bis ganz hinauf auf die auf 4200m liegenden P\u00e4sse der Anden zur Argentinischen Grenze. Die Stille ist absolut, die Luft knapp, das Atmen streng, der Kopf schmerzt ab der H\u00f6he. Wie auf dem Meer f\u00fchrt die Reduktion der \u00c4sthetik zu einer unglaublichen Pr\u00e4senz. Was wir sehen verschl\u00e4gt uns eins ums andere mal noch der letzte verbleibende Atem.<\/p>\n\n\t\t