{"id":17166,"date":"2013-03-29T01:38:00","date_gmt":"2013-03-29T01:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/family-stories\/"},"modified":"2013-03-29T01:38:00","modified_gmt":"2013-03-29T01:38:00","slug":"family-stories","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/family-stories\/","title":{"rendered":"family stories"},"content":{"rendered":"
Tochter Alba war zu Besuch! Toll, dass wir drei endlich wieder mal zusammen waren, vieles gemeinsam unternehmen konnten und uns bei vielen Gespr\u00e4chen auf den Stand unserer leben bringen konnten. Daneben haben wir eine Woche lang die Tauchgr\u00fcnde Cayo Largo\u2019s erkundet. Fische in allen Farben, Langosten, Muscheln, Korallen, Barrakudas, ja selbst ein kleiner Hai. Und zum Abschluss dann noch einen Familienausflug nach Havanna.<\/p>\n
Nach Santiago, Trinidad, Cienfuegos somit ein erneutes Eintauchen in die urbane kubanische Gesellschaft. Die Hauptstadt Kuba\u2019s haben wir ja in den letzten Jahren schon mehrmals besucht, das erste Mal 2001 anl\u00e4sslich unserer Hochzeitsreise. So war\u2019s nat\u00fcrlich spannend zu sehen wie sich die Stadt ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n
Die physische Pr\u00e4senz der Stadt erscheint wie eh und je: dieses unglaubliche Erbe der spanischen Architektur in einem desolaten Zustand. Vielleicht noch etwas weiter zerfallen, aber das spielt nun auch keine grosse Rolle mehr. Das einzige Gute daran ist dass in diesem halben Jahrhundert Revolution auch kaum was zerst\u00f6rt wurde. Keine grossfl\u00e4chigen Abrisse, keine neuen Einkaufszentren in Mitten der Stadt. Wie wunderbar w\u00e4re es hier als Architekt arbeiten zu k\u00f6nnen, auf der Basis dieses kulturellen Erbes weiterzubauen und so der Bev\u00f6lkerung wieder mehr wohnliche Qualit\u00e4t bieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n
Was sich jedoch seit unseren letzten Besuchen massiv ver\u00e4ndert hat, ist die wirtschaftliche Situation. \u00dcberall sind nun kleine, private Unternehmer auszumachen. Die Stadt ist durchflutet von Fahrrad-Taxis, Bed and Breakfast \u2013 Wohnungen, Kleidershops, Galerien, Restaurants, was auch immer. Alle versuchen ganz legal (und auf eigene Rechnung) ihre Angebote auf den Markt zu bringen. Unser Zimmervermieter ist eigentlich Anwalt, vermietet aber Zimmer und hat sich soeben eine zweite Wohnung gekauft: das Business l\u00e4uft. Nat\u00fcrlich sind viele noch staatliche Angestellte \u2013 doch selbst da rollen die CUC\u2019s: Will man eine gute staatliche Stelle dann wird kr\u00e4ftig nachgeholfen. So ab 100 CUC\u2019s (=ca. 100\u20ac) Schmiergeld landet man oben auf der Liste. \u201eIch arbeite um eine gute Stelle zu kriegen\u201c sagte uns Michel \u2013 zuerst haben wir\u2019s auch nicht kapiert. Ja, und wo bleibt da der ganze Kommunismus? Je besser wir dieses Land kennenlernen desto mehr Fragen haben wir… Vieles klappt ja wirklich nicht in diesem Lande. Keine Joghurts, elendigliches Warten auf dem Flughafen, kaum Internet. Und vor allem: Die fehlende FREIHEIT der B\u00fcrger. Doch; geht es uns in Spanien wirklich besser? Sind wir freier wenn wir 40 Jahre lang eine Hypothek zahlen d\u00fcrfen (f\u00fcr die Wohnung die uns die Bank vielleicht schon wieder weggenommen hat)? Sind wir freier wenn wir arbeitslos sind und mit 35 Jahren bei den Eltern leben m\u00fcssen? Wenn scheinbar alle Politiker korrupt sind und niemand wirklich was dagegen unternimmt?<\/p>\n
Je nachdem mit wem man\u2019s vergleicht f\u00e4llt wohl das Urteil unterschiedlich aus. Mit anderen karibischen Staaten wie Haiti, mit Spanien, mit der Schweiz,… Doch wie auch immer, Kuba hat doch einige ganz betr\u00e4chtliche Qualit\u00e4ten: Das Land ist wohl das sicherste der ganzen Karibik. Drogen sind schlicht nicht existent. Der Staat unterh\u00e4lt ein kostenloses, funktionierendes Gesundheitssystem und ein sehr gutes staatliches Ausbildungssystem. Dies alles ist ja wohl nicht ganz so schlecht, selbst f\u00fcr s\u00fcdeurop\u00e4ische Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n
Oft fragten wir uns auch, wie das Land in 20 Jahren aussehen wird. Ob der Kommunismus \u00fcberleben wird bezweifle ich, insbesondere nach unserem Besuch in Habana. Doch glaube ich, dass der Staat als Kontrollinstanz und Einheitspartei weiter bestehen wird. Zu m\u00e4chtig ist der Apparat, wohl selbst ohne Fidel und Raul. Also so etwa wie das chinesische Modell. Man wird sehen…<\/p>\n
Doch nun sind wir schon wieder zur\u00fcck in Cayo Largo. Hinter uns liegt schon die wundersch\u00f6ne Zeit mit Alba \u2013 wir vermissen sie schon. Morgen geht\u2019s weiter, endlich ist wieder segeln angesagt. Westw\u00e4rts.<\/p>\n
Ps. Herzlichen Dank f\u00fcr die vielen Joghurt \u2013 Rezepte die wir erhalten haben. Da gibt\u2019s nur ein Problem: Um das erste selbst zu machen braucht es leider auch schon eines…<\/p>\n
Pps. Lieber D.G., Danke f\u00fcr Deine Kommentare, hat mich wie immer sehr gefreut. Nat\u00fcrlich hast Du in vielem Recht, gerade deshalb dieser Blog auch f\u00fcr Dich!<\/p>\n
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