{"id":17094,"date":"2011-12-26T16:27:16","date_gmt":"2011-12-26T16:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/nachklange-einer-sinfonie-in-blau-tonen\/"},"modified":"2011-12-26T16:27:16","modified_gmt":"2011-12-26T16:27:16","slug":"nachklange-einer-sinfonie-in-blau-tonen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/de\/nachklange-einer-sinfonie-in-blau-tonen\/","title":{"rendered":"Nachkl\u00e4nge einer Sinfonie in Blau-T\u00f6nen"},"content":{"rendered":"<p>6.1.2012 \/ 18:00 Ortszeit \/ 28\u00baC \/ Ankerbucht in Fort de France-Martinique: Es fehlen noch ein paar Stunden bis unser Flugzeug abhebt Richtung Europa, gem\u00fctliches Geplauder auf der Tuval\u00fa im letzten karibischen Abendrot, da schaut mich Skipper Hans pl\u00f6tzlich ganz ernst an: \u201eDu k\u00f6nntest doch einen Blogeintrag schreiben aus der Sicht eines Crew-Mitgliedes&#8230;\u201c. Ich schlucke leer, das war wohl das letzte Kommando an den Matrosen&#8230; ich bitte um einen kleinen Aufschub, der mir nat\u00fcrlich in gewohnt grossz\u00fcgiger Weise gew\u00e4hrt wird.<\/p>\n<p>10.-11.1.2012 \/ 23:30-04:00 Ortszeit \/ -3\u00baC (im Freien, versteht sich) \/ Cal M\u00fasic: versuche wie jeden Tag seit ich wieder auf dem Alten Kontinent bin, den Schlaf zu finden, der Jet Lag hat mich noch fest im Griff, doch pl\u00f6tzlich beginnt das Karussell im Kopf zu drehen. Bilder beginnen vor mir hin und her zu sausen, Erinnerungen an Wasser, Wolken, Gesichter, Musik, Gel\u00e4chter, gemischte Gef\u00fchle, Freude, Langweile, Erwartungen und Entt\u00e4uschungen, ein Potpourri an Details. Endlich gelingt es die Gedankenmaschine abzuschalten und einzuschlummern, na ja, dr\u00fcben in der Karibik, 23:00 Ortszeit, w\u00e4re es ja auch an der Zeit die Lichter auszumachen und sich den Tr\u00e4umen hinzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>1.Satz: Allegro ma non troppo<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-450\" title=\"IMG01\" src=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012-200x144.jpg 200w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012-400x289.jpg 400w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012-600x433.jpg 600w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG012.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einklaren auf Tuval\u00fa in Las Palmas: ein herzlicher Empfang der Eigner Imma und Hans, ein druckfrisches T-Shirt mit der Aufschrift \u201eTUVAL\u00da, Barcelona-Tuval\u00fa\u201c liegt auf der frisch bezogenen Koje, die Crew f\u00fchlt sich Willkommen. Ein emsiges Treiben beginnt im Innern und auf Deck, so manches muss da noch erledigt werden. Doch auch ein paar Touristische Ausfl\u00fcge liegen noch drin und da die Abfahrt verschoben wird, wird der Rhythmus immer gem\u00e4chlicher, es gibt Platz f\u00fcr Gedanken an den bevorstehenden T\u00f6rn. Nicht nur Euphorie, auch Zweifel kommen hoch, wird alles gut gehen? Es ist doch recht eng auf einem Schiff, zu viert, man kennt sich eben doch nicht so gut, drei Wochen sind lang wenn etwas nicht nach Plan l\u00e4uft, werden die Erwartungen erf\u00fcllt? Meine erste Atlantik\u00fcberquerung liegt schon 15 Jahre zur\u00fcck, ich weiss was alles geschehen kann, zum Guten und Schlechten, manchmal schleicht sich ein mulmiges Gef\u00fchl ein. Was denken die Anderen? Viel wird nicht dar\u00fcber gesprochen, jeder ist mit seinen eigenen Gef\u00fchlen besch\u00e4ftigt. Man will ja die Vorfreude nicht tr\u00fcben.<\/p>\n<p>Es naht der Abfahrtstermin. Schon im Voraus wird intensiv das Wetter studiert, die letzten Eink\u00e4ufe der Frischprodukte geplant und schlussendlich auf dem Gem\u00fcsemarkt grossz\u00fcgig eingekauft. Niemand will bei einer eventuellen 4.oder gar 5. Woche auf dem Meer (mein weiss ja nie ob nicht eine Flaute in einem Hinterhalt lauert) eine Fastenwoche einschalten. Die Nervosit\u00e4t steigt. Letzte Telefonate an die Liebsten daheim, da kommt doch tats\u00e4chlich noch ein mail von der Arbeit das unbedingt beantwortet werden muss, ein schneller Gang zum Shiphandler um ein Ersatzteil f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle zu kaufen und\u00a0 der Wunsch dass es endlich! losgeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.Satz:<em> Adagio<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-447\" title=\"IMG02\" src=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021-200x144.jpg 200w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021-400x289.jpg 400w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021-600x433.jpg 600w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG021.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir wechseln die Tonart, d.h. die Gangart. Springen ist nicht mehr erlaubt, \u00e4usserste Vorsicht ist geboten, wir befinden uns auf dem Atlantik. Ein \u201eFehltritt\u201c h\u00e4tte ernste Konsequenzen die niemand leichtsinnig provozieren m\u00f6chte. Meine pers\u00f6nliche Erfahrung l\u00e4sst die rote Lampe nie ganz erl\u00f6schen. Ich weiss, ein bisschen Angst bewirkt auch mehr Aufmerksamkeit, so lass ich sie ruhig da wo sie ist, im Bewusstsein.<\/p>\n<p>Gran Canarias liegt schon Meilen zur\u00fcck, die Abschiedsszene ist noch in lebhafter Erinnerung. Bob Marley&#8217;s Musik beim Ablegen liegt in den Ohren und irgendwas im Innern schnuppert schon Karibikluft. Die Blaut\u00f6ne des Ozean&#8217;s wollen jedoch noch nicht so recht leuchten, der Himmel erinnert mehr an die Nordsee. Es vergeht ein Tag nach dem\u00a0 anderen, meine Erinnerungen an die \u00dcberfahrt vor 15 Jahren stehen wie ein Denkmal vor mir, etwas stimmt einfach nicht: so war es nicht. Es beginnt ein innerer Kampf, ich bekomm&#8217;s einfach nicht auf die Reihe, das Vergangene und das Gegenw\u00e4rtige sind zu unterschiedlich, scheinbar. Es vergehen die Tage, schon bald haben wir Halbzeit. Der Himmel bleibt grau, die Wellen werden gr\u00f6sser, manchmal f\u00fcrchterlich gross, mein Ged\u00e4chtnis sagt mir dass das nun vergleichbar ist mit dem erlebten, beruhigt mich. Doch da geschiehts: eine Welle ist zu m\u00e4chtig f\u00fcr Tuval\u00fa, mit Get\u00f6se bricht das 4-5 Meter hohe Unget\u00fcm direkt unter dem Heck und wirbelt Schaum und Gischt auf, der Bug wird in die eine und das Heck in die andere Richtung geschleudert. Fest umklammert an einer Winsche auf dem Br\u00fcckendeck werde ich Zeuge einer Beinahekenterung unserer Yacht. Schnell richtet sie sich aber wieder auf, uff, das war aber knapp, und ich da oben mitten im Geschehen drin. Meine Knie beginnen im Nachhinein zu zittern, der Schreck sitzt tief. Diese Nacht wird keine Nachtwache auf Deck gemacht, alle f\u00fchlen sich im Innern sicherer. Doch wie immer auf dem Meer, auch diese Situation l\u00e4sst uns weiser werden und wir beachten nun immer gen\u00fcgend Segel zu setzen damit auch in solchen F\u00e4llen Fahrt im Schiff bleibt um Kraft zu entwickeln und den F\u00e4ngen der Brecher zu entkommen. Mit der Zeit lassen uns die hohen Wellenberge und tiefen Wellent\u00e4ler cool. Kennen wir doch alles, beeindruckt uns nicht mehr.<\/p>\n<p>Ja genau, beeindruckt nicht mehr, hab ich alles schon gesehen, zur Gen\u00fcge, brauch einen Szenenwechsel, der aber ausbleibt. Wie langweilig, ich wollte doch keinen Nordseet\u00f6rn! Meine innere Unruhe ist manchmal schwer zu b\u00e4ndigen, aber es wird sich nicht eher \u00e4ndern als es die Natur will, also w\u00e4re Relax angesagt. Kann ja jeder sagen, aber funktioniert halt nicht auf Kommando. An einem sch\u00f6nen Morgen erscheine ich in einer gem\u00fctlichen Gespr\u00e4chsrunde meiner Kameraden: \u201eist doch alles nur eine grosse T\u00e4uschung, wer weiss was da am Horizont ist\u201c. Drei verdutzte Augenpaare starren mich entgeistert an: der hat nun den Verstand verloren! Meine Auseinandersetzung mit mir geht weiter, in die letzte Runde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.Satz:<em> Scherzo <\/em><\/strong><em>(schwirrend-schwebend nach Felix Mendelssohn)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-448\" title=\"IMG03\" src=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG03.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angenehm steigt die Temperatur von Tag zu Tag, die fliegenden Fische sorgen f\u00fcr frohe Abwechslung. Ich kann ihnen stundenlang zusehen, bin fasziniert von ihren agilen Gleitflugk\u00fcnsten. Ein paar selten erscheinende, den Sturmtaucher \u00e4hnliche V\u00f6gel, erheitern das Geschehen um uns herum. Ich erwarte sogleich irgend welche Delfine, aber davon keine Spur. Vermutlich verhindern die grossen Wellen und die Schaumkronen die Sichtung von Walen und Delfinen.<\/p>\n<p>Der Mond ist unterdessen auf Abnehmend umgestiegen und \u00fcberl\u00e4sst mir meine jeweilige\u00a0 Nachtwache im Stockfinsteren. Einerseits vermisse ich das silbern funkelnde Meer das mir meinem Innern ein wohliges Gef\u00fchl vermittelt, andererseits geniesse ich nun den immensen Sternenhimmel \u00fcber mir und die funkelnden Leuchtplanktone im aufgewirbelten\u00a0 Fahrwasser der Tuval\u00fa. Diese Stunden der Einsamkeit mit mir selbst sind ein wahrer Segen. Jede Nacht bereite ich mir ein einfaches Essen zu, schreibe meine Gedanken in mein Tagebuch oder in ein mail an Maria, manchmal geniesse ich eine kleine Episode \u201ePolonia\u201c auf dem iPad (f\u00fcr nicht eingeweihte: ein katalanisches Satireprogramm) und kr\u00fcmme mich dabei vor Lachen, oder gehe einfach meinen Gedanken nach.<\/p>\n<p>Das Zusammenleben auf Tuval\u00fa erlebt in diesen Tagen einen H\u00f6hepunkt: Halbe Distanz! Mit einer \u00dcberraschung nach der anderen warten unsere Gastgeber auf. Das K\u00e4sefondue das Hans aus dem Bauch der Tuval\u00fa hervorzaubert werde ich als Schweizer wohl nie in meinem Leben vergessen, mitten auf dem Atl\u00e1ntik, einfach verr\u00fcckt. Zur Feier erh\u00e4lt mein so heilig gepflegter Di\u00e4tplan einen Frei-Tag, Schoggi zum Dessert, und was f\u00fcr eine gute, wow, eine richtige Explosion an Gef\u00fchlen&#8230;\u00a0 Geschenke folgen, Bob Marley f\u00fcr Antonio, Jack Sparrow&#8217;s (Jakob Spatz auf Deutsch) \u201ePiraten der Karibik\u201c f\u00fcr Hans, ein \u201eZahlenspiel\u201c f\u00fcr die immer mitz\u00e4hlende Imma und, wie konnten sie es wissen? Moitessier f\u00fcr mich (f\u00fcr Segel-Laien: Bernard Moitessier, 1925-1994, war ein Segelabenteurer, Zitat: \u201e&#8230;talentiert mit einer tiefgr\u00fcndigen Spiritualit\u00e4t, ein Philosoph der Abenteuer und der Natur&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Es folgen ein paar weitere graue Tage, das Meer beginnt die Wellenberge abzubauen, wohin die auch immer das Wasser bringen sei dahingestellt, Hauptsache das Leben wird etwas einfacher an Bord. Freih\u00e4ndig wage ich mich jedoch nicht mal unter Deck zu bewegen. Tuval\u00fa mit seinem modernen Riss ist ein rassiges Schiff, flink und schnell, aber eben das hat auch seine Kehrseite: \u201eLa coctelera\u201c ist sein \u00dcbernahme, es sch\u00fcttelt einem immer etwas unsanft von der einen auf die andere Seite wie in einem Sch\u00fcttelbecher. F\u00fcr Imma ein wahres Inferno. Ich m\u00f6chte ihr an dieser Stelle meine grosse Anerkennung aussprechen, wie sie das ausgehalten hat mit ihrem auf Schl\u00e4ge und heftige Bewegungen\u00a0 empfindlichen K\u00f6rper. Wahrlich eine doppelte Leistung!<\/p>\n<p>Unsere Kurve auf dem Atlantik n\u00e4hert sich der Zieltangente, der s\u00fcdlichste Punkt r\u00fcckt n\u00e4her. Endlich beginnt das Wetter auf \u201eKaribik\u201c umzustellen: hat das gedauert! Im Flug ist meine Melancholie im Nichts aufgel\u00f6st, ein in der Erinnerung an das erste Mal ach so gewohntes Gl\u00fccksgef\u00fchl steigt in mir auf. Ich schwebe, ich jauchze, es ist einfach toll. Das Grau des Himmels weicht einer Vielzahl von Blau-T\u00f6nen, das Meer beginnt in einem tiefen Safir-Blau zu strahlen, ein Himmel der voll \u00fcbers\u00e4t ist mit den von mir so geliebten Kumulus-Passatwolken. Das ist eines der wahren Paradise auf Erden. Ich bin angekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4.Satz-Finale:<em> Vivace <\/em><\/strong><em>(mit romantischer Note)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-449\" title=\"IMG04\" src=\"http:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04-200x144.jpg 200w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04-400x289.jpg 400w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04-600x433.jpg 600w, https:\/\/www.tuvalubarcelona.es\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/IMG04.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Tage wiederholen sich, diesmal aber angenehm sommerlich, konstante 28\u00ba-30\u00baC im Schiffsbauch. Der Wind l\u00e4sst etwas nach, es kommt die Lust auf den Spinnaker zu setzen, schneller ans Ziel zu kommen, es ist doch nicht mehr weit, nur noch 900 Seemeilen&#8230;. Der K\u00e4pt&#8217;n ist nicht zu \u00fcberzeugen, er kennt sein Schiff gut. Solange der Windmesser nicht konstant unter 10 Knoten f\u00e4llt gibt&#8217;s daran nichts zu r\u00fctteln. Er hat nat\u00fcrlich vollkommen recht, ein Knoten mehr Fahrt w\u00e4hrend 10 Stunden bringt uns nur gerade ein Paar Stunden\u00a0 schneller ans Ziel, l\u00e4cherliche Rechnungen bei diesen Dimensionen. So k\u00fcmmern wir uns zur Abwechslung um kleinere Reparaturen, Lekt\u00fcre, K\u00f6rperpflege. Je l\u00e4nger desto mehr kommen die Gedanken eben doch: das Ankommen. Jeden Tag ein verstohlener Blick auf die Anzeige des GPS, \u201enur\u201c noch 700 Seemeilen, das heisst Weihnachten ev. doch in der Karibik feiern? Maria kommt am 23. an, sehen wir uns in Martinique oder St.Lucia? <span style=\"text-decoration: underline;\">Viele<\/span> offene Fragen die dem Spiel der Natur ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>Die Fruchtvorr\u00e4te gehen dem Ende entgegen. Wir sind \u00fcberrascht wie lange sie doch angehalten haben und vor allem wie wenig wir \u00fcber Bord entsorgen mussten. Das Gem\u00fcse hatte da einen schwierigeren Stand. Antonio wachte genau \u00fcber den Zustand Eier. Jeden Tag gab es einen Purzelbaum f\u00fcr alle, die Eier nat\u00fcrlich. Ein paar Exemplare erreichten\u00a0 unsere M\u00e4gen nicht, daf\u00fcr schwimmen sie jetzt auf dem Atlantik. Ob Fische wohl Eier m\u00f6gen? Unser Men\u00fcplan wird von Tag zu Tag fr\u00f6hlicher. Mit den grossen Gem\u00fcsevorr\u00e4ten haben wir uns zu einer regelrechten Gem\u00fcse-Kartoffel-Kur verknurrt. Die Lust auf Spaghetti, Pizza, oder einfach gesagt \u201enormales\u201c und abwechslungsreiches Essen ist enorm, wenigstens bei mir. Mit Hans verstehen wir uns schnell und er zaubert uns diese Tage ein paar leckere Speisen auf den Tisch.<\/p>\n<p>Diese letzte Etappe, wir haben die Strecke virtuell in drei Etappen geteilt, ist gepr\u00e4gt durch ein allgemeines langsamer werden der gesamten Crew. Irgendwie hat man das Gef\u00fchl dass alle den Rhythmus runtergefahren haben und in einer anderen Welt leben, eine Welt die keinen Stress kennt, die ihre ganz eigene Form hervorbringt, Langfahrt eben.<\/p>\n<p>Am 19.12. dann DER Sonnenuntergang. Wir geniessen ein Spektakel das eine halbe Ewigkeit dauert, die k\u00fchnsten Wolkenformationen hervorzaubert und den Himmel mit Farbkombinationen dekoriert die man oft mit Kitsch in Verbindung bringt, hier aber ein wahrer Genuss an Sensationen bewirkt. F\u00fcr mich lohnte sich alleine deswegen die lange Anreise \u00fcber die Weite des Ozeans. Gewaltig!<\/p>\n<p>Mit der Ann\u00e4herung an die karibischen Inseln wurde unser Verlangen immer gr\u00f6sser, wieder einmal ruhig zu schlafen, mehr als ein Schritt ohne Unterst\u00fctzung zu gehen , die Beine zu vertreten, kurz und einfach Land zu betreten und Luft mit Erdgeruch einzuatmen.\u00a0 Antonio und ich erwarteten auch sehnlichst das Wiedersehen mit unseren Frauen.<\/p>\n<p>Der Morgen des 25.Dezember erwachte mit der fahlen Silhouette von Martinique im\u00a0 Morgenschein. F\u00fcr unsere in Geduld erprobte Wahrnehmung n\u00e4herten wir uns rasch dem S\u00fcd-Kap der Insel und bald konnte ich per SMS mit Maria Kontakt aufnehmen. Wie kann es sein dass wir 3 Wochen brauchten was sie in 7 Stunden schaffte? Ein sinnloses Fragen, es geht in diesem Moment \u00fcber meine Kapazit\u00e4t.<\/p>\n<p>In der Marina Le Marin dann das langersehnte und \u00fcbergl\u00fcckliche Wiedersehen. Wir haben&#8217;s geschafft. Schiff und Mannschaft wohlauf, aber um ehrlich zu sein, alle mit Lust auf etwas mehr Raum f\u00fcr sich. Nach der ersten horizontalen und ach so ruhigen Nacht geht mein Abenteuer mit Maria weiter nach St.Lucia, Antonio trennt sich von Tuval\u00fa um sich mit seiner Angela zu treffen und Hans und Imma k\u00f6nnen nach vier Wochen endlich ihr Schiff wieder ihr Eigen nennen.<\/p>\n<p>Vielen Dank Imma und Hans f\u00fcr Eure Gastfreundschaft und die herzliche Aufnahme in Eure Segelgemeinschaft!<\/p>\n<p>11.1.2012 \/ 14:00 Ortszeit \/ 10\u00baC \/ Cal M\u00fasic: Die Temperatur und die Sonne draussen lachen mir entgegen, es ist Zeit meine Karibik-Tr\u00e4ume auf die Seite zu legen. Ich muss heute noch Holz f\u00fcr den Ofen vorbereiten damit das Feuer heute Abend fr\u00f6hlich knistert und wir ein paar gem\u00fctlich warme Stunden vor dem Flammenspiel aneinander gekuschelt die Pl\u00e4ne f\u00fcr unsere n\u00e4chste Reise schmieden k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Beat, Crew-Mitglied auf unserer Atlantik Fahrt | Fotos \u00a9 Beat Marugg<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6.1.2012 \/ 18:00 Ortszeit \/ 28\u00baC \/ Ankerbucht in Fort de France-Martinique: Es fehlen noch ein paar Stunden bis unser Flugzeug abhebt Richtung Europa, gem\u00fctliches Geplauder auf der Tuval\u00fa im letzten karibischen Abendrot, da schaut  &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":11097,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[397,174],"tags":[],"class_list":["post-17094","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-atlantic-crossing-5","category-atlantic-crossing"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v25.8 - 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