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the indian

7. February 2014, by

DER INDIANER

So sitzt nun also nachts um drei plötzlich jemand bei uns im Cockpit. Schlaftrunken wie ich bin als ich raustorkle glaube ich vorerst, dass dies unerklärlicherweise Imma sei. Der Jemand schläft, Kopf auf den Knien, und es ist dunkel. Als ich ihn wecke ist er ebenso verwirrt wie ich. Ein Indianer. Ist er ein Einbrecher? Ein Schiffbrüchiger? Ein Gast zur falschen Zeit?

Seit Tagen liegen wir weit ab in Buchten welche ausschliesslich von den indianischen Urbewohnern Panamas bevölkert werden. Die Gegend ist wunderschön, die Ankerplätze ruhig wie auf dem Bodensee. Ein Traum: unberührte Regenwäldern, aufgestelzte Häuser mit Strohdächern, Einbäume paddeln kreuz und quer durch die Lagune. Nachts ist alles dunkel und ruhig – eine Zivilisation ohne Elektrizität, Motoren, Mobiles, Internet.

Unser Anwesenheit führt zu Begegnungen zwischen Kulturen. Wir auf unserer hochausgerüsteter Segelyacht. Sie in einfachsten Verhältnissen lebend. Für uns ist es ein Paradies. Wir für sie vielleicht auch. Und doch ist die kulturelle Distanz galaktisch weit. Wenigstens sprechen wir eine gemeinsame Sprache, das Spanisch. Doch verstehen wir uns? Wir erzählen, dass wir nun schon beinahe drei Jahre gesegelt sind um nun vor Ihrem Dorf zu ankern. Sie paddeln mit ihrem Einbaum um zu Fischen, um zur Schule oder zum Arzt zu gehen. Warum auch sonst? Wir reisen nur um zu reisen. Ein unnachvollziehbarer, unerklärbarer Reisegrund.

Vorsichtig, mit Respekt und – wie wir glauben – mit Sensibilität besuchen wir ihre Dörfer. Beim schon obligaten Schulbesuch spielen wir mit den Kindern, plaudern mit den Frauen, versuchen ein paar Brocken ihrer indianischen Sprache „Ngobe“ zu lernen, fahren mit unserem motorisierten Dinghi zwei Frauen auf der anderen Seite der Lagune, gehen mit anderen ihre Medizin einkaufen. Wir versuchen Gutes zu tun und zu verstehen. Und doch – es bleibt uns völlig unerschlossen warum morgens um drei dieser Indianer auf unserer Yacht schläft. Er ist kein Dieb, nichts fehlt und auch er scheint nicht zu verstehen warum er sich plötzlich unter uns befindet.

Das Zusammenleben einer demokratischen Gesellschaft baut auf Gesetzen und auf Vertrauen auf. In einer funktionierenden Gesellschaft vertrauen sich alle Partner. Die Zivilgesellschaft, die Politiker, die Richter – alle vertrauen gegenseitig auf das korrekte Einhalten und Interpretieren der gemeinsam etablierten Gesetze. So beginnt die Begegnung zwischen Indianern und Seglern schon zu Beginn ab mit enormen Schwierigkeiten. Zufällig angelandet kennen wir ihre Regeln nicht. Und sie die unseren nicht. Wie auch? Darf der Indianer bei uns auf dem Schiff schlafen? Wo endet sein Verständnis von gemeinschaftlichem Besitz – wo beginnt unsere Privatsphäre? Warum beginnt es uns am vierten Tag zu nerven wenn alle halbe Stunde runde Kinderkulleraugen durchs Fenster hineinschauen? Doch vielleicht machen wir Segler mit unseren Kameras in ihrem Dorf ja dasselbe. Fehlen die Regeln, so bleibt bloss das Vertrauen als gegenseitige Basis des Zusammenlebens. Doch das Vertrauen ist fragil. Langsam wird es gewonnen – schnell ist es zerstört.

Vielleicht sind unsere Begegnungen effektiv nicht viel selbstverständlicher als jene der spanischen Amerika – Entdecker im 16. Jahrhundert. Nämlich jene „seltsam-lächerlichen und erstaunlich–törichten“ Situationen Leuten gegenüber, die man „zum ersten mal sah, mit denen man sich gegenseitig in keiner Weise verständigen konnte und von welchen man keinerlei Gefühl oder Ahnung von deren Weltanschauungen und Gedankengängen hatten“ (G.Friederici).

Noch auf dem Totenbett war Kolumbus überzeugt Indien gefunden zu haben.

1) Zu Vertrauen und Gesetze siehe auch eine Publikation der deutschen Verfassungsrichterin Susanne Baer; Vertrauen – Faire Urteile in Wissenschaft und Recht; Wallstein Verlag; 2012

2) Carl Georg Eduard Friederici, Der Charakter der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch die Europäer, Band I, S.155; 1925

 

EL INDÍGENA

Pues, resulta que a las tres de la madrugada alguien esta sentado en la cubierta del TUVALU. Saliendo del camarote y dormido como estoy, primero pienso que incomprensiblemente es la Imma que esta ahí sentada. Un individuo durmiendo con su cabeza en las rodillas en esta noche oscura sin luna. Cuando le despierto esta confuso como yo. Un indígena. ¿Se trata de un ladrón? ¿Un naufrago? ¿Un invitado en horas equivocadas?

Desde hace días fondeamos en calas perdidas que están pobladas por indígenas, la población aborigen de Panamá. El paisaje es maravilloso, los fondeos tranquilos como el pantano de Siruana. Un sueño: la selva tupida, casitas en puntales con tejados de hojas de palmeras, cayucos remando en la gran laguna de aquí a ahí. Las noches oscuras y tranquilas – una civilización sin electricidad, motores, móviles, internet.

Nuestra presencia produce un encontronazo entre culturas. Nosotros con nuestro yate súper tecnológico. Ellos viviendo en la mas mínima sencillez. A nosotros nos parece que estamos en el paraíso. Y nosotros quizás representamos lo mismo para ellos. No obstante la diferencia cultural es galáctica. Al menos hablamos el mismo idioma, el español. Pero, ¿nos comprendemos? Contamos que viajamos casi tres años alrededor del mundo para fondear ahora delante de su pueblo. Ellos reman con sus cayucos para pescar, para ir a la escuela o a algún centro de salud lejano. No hay otra razón. Nosotros viajamos por viajar, un concepto inexplicable, incomprensible para ellos.

Prudente, con respecto y – al menos lo creemos – con sensibilidad visitamos sus pueblos. En la visita ya casi obligatorio a la escuela jugamos con los niños. Charlamos con la mujeres, intentamos de aprender unas palabras de su idioma “ngobe”, nos prestamos con nuestro dinghi como taxi llevando mujeres al otro lado de la laguna. Intentamos de aportar y de comprender. No obstante sigue siendo absolutamente incomprensible porque a las tres de la mañana un indígena duerme en nuestra yate. No es ladrón, no falta nada y al parecer el tampoco entiende porque se encuentra de repente con nuestra compañía.

La convivencia en una sociedad democrática se basa en leyes y en la confianza. En una sociedad que funciona bien confían todos los implicados en los demás. La sociedad civil, los políticos, los jueces – todos confían mutuamente en la buena aplicación y interpretación de las leyes conjuntamente establecidas.

Así nuestro encuentro con los indígenas ya se inició con enormes dificultades. Llegando de repente y por casualidad a su pueble no conocemos sus reglas, sus leyes. Y ellos las nuestras tampoco. ¿Cómo sino puede dormir el indígena en nuestro barco? ¿Donde termina su compresión por la posesión comunitaria – y dónde empieza nuestra privacidad? Porque al cuarto día nos empieza a molestar estos ojos redondos de los niños mirando desde sus cayucos por las ventanas hacia dentro del barco? Pero tal vez los navegantes hacemos lo mismo si paseamos por el pueblo tomando fotos. Faltan las reglas – o se desconocen – así solamente nos queda la confianza como base de la convivencia. Pero la confianza es frágil. Lentamente se gana – rápido se pierde.

Quizás nuestros encuentros efectivamente aun no están mucho mejor que aquellos de los conquistadores españoles del siglo dieciséis. Aquéllos gestos “extraños, ridículos y sorprendentemente torpes” hacia gente que “se ha visto por primera vez, con los cuales mutuamente no se podía comunicar en ninguna manera y de los cuales no se tenia ningún conocimiento o idea de sus pensamientos y convicciones” (G.Friederici) .

Muriéndose Cristóbal Colon aun estaba convencido de haber encontrado la India.

1) Sobre la confianza en la política hay un libro muy interesante de la jueza del tribunal constitucional alemana: Susanne Baer; Vertrauen – Faire Urteile in Wissenschaft und Recht; Wallstein Verlag; 2012

2) Carl Georg Eduard Friederici, Der Charakter der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch die Europäer, Band I, S.155; 1925



chiquita

14. January 2014, by

Chiquita

Mein erster Kontakt zu Bocas del Toro ergab sich schon in den frühsten Wochen meines Lebens. Unbewusst und unerkannt bis heute. Erfolgt ist er gastronomisch, als erster Ersatz zur Muttermilch. Vermutlich habe ich geschrien wie am Spiess. Der nächster Schritt erfolgte visuell, durch diese blauen Aufkleber. Und gleichzeitig wurde auch mein allererstes Wort in mein spanischen Wortschatz registriert: Chiquita. Richtig: die Bananen.

Für die Spanier erschliesst sich meine frühkindliche Annäherung zu Bocas del Toro natürlich nicht. Imma hat für den Schoppen von Alba immer kanarische Bananen zerbreit. Diese sind sicherlich auch süss, doch sie haben einen entscheidenden Mangel: Es fehlt der markant blaue Chiquita – Aufkleber. Also sind sie gar keine richtigen Bananen.

Ende der 1880er Jahre begann der Deutsche Jochen Ludwig Heinrich Hein in Bocas del Toro Bananen zu pflanzen. Das Geschäft florierte schnell und nach dem Zusammenschluss mit Michael Snyder und Minor C. Keith wurde 1899 die United Fruit Company gegründet. Seuchen, Erdbeben, Weltkriege, U-Boot – Angriffe auf Frachtschiffe, verunglückte TDT – Einsätze, Heuschreckeninvasionen, Überschwemmungen, Arbeiteraufstände. Jede Krise wurde überwunden und schon bald wuchsen die Bananen wieder stramm am Stengel und wurden in der halben westlichen Welt in Schoppen zerbreit. So auch an der Seidenstrasse 15, Winterthur. 1962 – just als ich begann die Welt auch visuell war zunehmen –  wurde dann die blaue Etiquiette kreiert und als brand registriert. Coca Cola, Chupa Chup, Chiquita. Gewisse Produkte heben sich einfach vom vulgären Durchschnitt ab (die Kanaren mögen mir verzeihen).

Bocas del toro ist riesiges Lagunengebiet am nordöstlichen Ende von Panama’s Atlantikküste. Die unzähligen kleinen Inselchen mit dutzenden von geschützte Ankerplätzen sind heute grossflächig als Naturschutzgebiete deklariert. Nach dem Einchecken im heute recht touristischen Dorf Bocas del Toro liegen wir inzwischen zusammen mit unseren französischen Freunden der LAKATAO vor der Insel Bastimento.

Fischer kurven mit ihren Einbaum-Kanus an uns vorbei, im kleinen Dorf kreischen vergnügt die Kinder und abends hören wir Soca und Reggae Musik von der nahen Bar am Strand. Am Traum-Strand auf der anderen Inselseite tummeln sich die Surfer. Der Urwald wuchert und auf unseren Exkursionen durch die Insel müssen wir uns beinahe mit der machete den Weg freischlagen.

Zeit für die nächste Banane.

 

Ps. Mehr Chiquita hier

 

Chiquita

Mi primer contacto con Bocas del Toro ya se producía en los primeros meses de mi vida. Inconscientemente y no reconocido hasta hoy mismo. Era de forma gastronómica, reemplazando la leche materna. Probablemente grité como en un asador. El siguiente paso de acercamiento se llevó a cabo visualmente, a través de aquellas pegatinas azules. Y al mismo tiempo también se convirtieron en mi primera palabra registrada en mi vocabulario español: Chiquita. Correcto: los plátanos.

Para los españoles naturalmente no se concluye mi primera toma de contacto con Bocas del Toro. Imma preparó el biberón de Alba siempre con plátanos canarios, igual como su mama con ella misma. Aquellos plátanos sin duda también son dulces, pero tienen un gran defecto: Les faltan el distintivo / pegatinas azul Chiquita. Así que no son plátanos reales.

A finales de la década de 1880 el alemán Jochen Ludwig Heinrich Hein comenzó a plantar plátanos en Bocas del Toro. El negocio prosperó y poco después (en 1899) junto con Michael Snyder y Minor C. Keith fundaron la United Fruit Company. Epidemias, terremotos, guerras mundiales, ataques de submarinos a los buques de carga, plagas de saltamontes, aplicaciones fallidas de la toxina TDT, inundaciones, levantamientos de los trabajadores. Cada crisis se superó y pronto el banano creció de nuevo apretado en el vástago y se batía de nuevo para los biberones en medio mundo occidental. Así también en mi casa natal en Winterthur, Suiza. 1962 – justo cuando yo comencé a reconocer el mundo visualmente – la United Fruit Company creó la pegatina azul y la registraron como marca comercial. Coca Cola , Chupa Chup, Chiquita. Ciertos productos se destacan fácilmente de los demás (Queridos Canarios: ¡perdonarme!).

Bocas del toro es una enorme laguna de agua salada en el extremo nororiental de la costa atlántica de Panamá. Las innumerables islas pequeñas con decenas de anclajes protegidos son declaradas hoy como reservas de biosfera. Después de hacer el papeleo de entrada al país en el pueblo Bocas ahora estamos fondeados juntos con nuestros amigos franceses de LAKATAO en la isla Bastimento. Pescadores con sus cayucos pasan por delante del barco, en el pequeño pueblo juegan y ríen alegremente los niños y por la noche oímos música de Soca y Reggae desde el chiringuito cercano. En la playa de ensueño en el otro lado de la isla se emplean los surfistas. La selva es muy tupida y en nuestras excursiones por la isla casi nos tenemos que abrir el paso con el machete.

Ya es hora para el siguiente plátano.

 

Nb. Mas chiquita aqui

 

 

Category: 2014, Bocas del torro, Panamá Comments: 3 Comments »